Digitaldruck als gängigstes Druckverfahren

Seit etwa 1990 ist der Digitaldruck weit verbreitet und wird immer weiter ausgebaut. Er ist gemeinhin bekannt und wird in den meisten Haushalten privat genutzt, findet seinen Platz aber auch in Büros und in kommerziellen Druckereien.

Für die Erzeugung von Digitaldrucken sind keine festen Druckkörper notwendig, es werden keine Platten, Gummitücher oder Walzen wie beim Offsetdruck benötigt. Der Digitaldruck funktioniert mit dem sogenannten „Non Impact Printing“, abgekürzt NIP. Darunter versteht man das “berührungslose Drucken”. In der Drucktechnik bedeutet das das Auskommen ohne Druckform und damit eine Arbeit ohne Berührung des zu bedruckenden Mediums. Im weiteren Sinn bezeichnet NIP aber auch jene Druckverfahren, bei denen die Druckform einen nur sehr geringen Druck auf den Druckträger ausübt. Für die Bezeichnung NIP ist es dabei unerheblich, ob es sich um einen direkten Druck oder um einen indirekten Druck über einen Zwischenträger – wie beim Offsetverfahren – handelt. Auch Elektrofotografie, Ionografie und Magnetografie sind den NIP-Verfahren zuzuordnen. Alle NIP-Verfahren vermögen es, den Druck mit von Seite zu Seite veränderlichen Inhalten herzustellen und werden auch als Direct Digital Printing (DDP) bezeichnet. Eine weitere Bezeichnung lautet Computer to Print (Ct-PRINT).

Das Non Impact Printing-Verfahren umfasst weiterhin auch den Tintenstrahldruck (Inkjetdruck), den Thermodruck (Thermosublimation bzw. Thermotransfer) und den Fotodruck. Für den Druck von Fotos auf große Leinwände beispielsweise wird das Foto durch spezielle Druckabläufe als Leinwanddruck gedruckt. Dabei ist der Druck großer Flächen bei einer recht guten Auflösung möglich.
Je nach Auflage oder dem gewünschten Ergebnis finden verschiedene Druckmethoden im Digitaldruck ihre Anwendung.
Für die Herstellung von höheren Auflagen eignet sich das Laserdruckverfahren besser. Dieses Verfahren macht sich das Prinzip der Elektrofotografie zunutze und erzeugt eine Kopie der zu druckenden Datei aus elektrischer Ladung. Zur Erzeugung des exakten Dateiabbildes erfolgt anschließend ein selektiver Farbauftrag auf das zu bedruckende Medium.

Großformatige Druckobjekte werden dagegen in der Regel mit der Tintenstrahltechnik gedruckt. Der Desktop-Tintenstrahldrucker, wie er auch im Hausgebrauch verwendet wird, ist eines der gemeinhin bekanntesten Beispiele für den Digitaldruck. Bei diesem Inkjet-Druckverfahren wird die Farbe durch das Sprühen farbiger Tinte auf das Druckobjekt aufgetragen.
Für die Herstellung größerer Mengen und zur Erreichung einer noch besseren Druckqualität arbeitet der kommerzielle Digitaldruck mit Tintenstahl- und Laserdruck und weiteren Verfahren wie z.B. dem Sublimationsdruck bzw. dem Transferdruck, der beispielsweise im Grafikdesign für eine Überprüfung der Farben (Farbproofing, dies beschreibt die Simulation eines Druckergebnisses, insbesondere im Hinblick auf das Farbergebnis) eingesetzt wird. Firmen, die besonders hochwertige Farbdruckdokumente im eigenen Hause produzieren möchten, nutzen ebenfalls dieses Verfahren.
Daneben gibt es die Möglichkeit zur Arbeit mit Festtinte. Dies ist kostengünstig, weil kein besonderes Fotopapier oder ähnliches Material benötigt wird. Die Qualität ist aber als weniger gut zu bewerten als die Druckqualität von Tintenstrahl- oder Laserdruckern. Thermoautochromen Digitaldruck verwenden hauptsächlich Digitalfotografen. Die Arbeit mit Thermalwachs eignet sich für Firmen, die größere Mengen Folien für Präsentationen zu produzieren haben und zu diesem Zweck beispielsweise mit Folien für Overhead-Projektoren arbeiten.

Merkmale

Das Digitaldruckverfahren erspart die im Vergleich zu vielen anderen Druckverfahren aufwändigen Arbeiten zur Vorbereitung und der Druckeinrichtung und damit letztlich viel Zeit. Mit geringem Aufwand und geringen zeitlichen Ressourcen sind damit unterschiedliche Drucke auf jedem einzelnen Bogen möglich.

Insbesondere für die Herstellung sehr kleiner Stückzahlen ab einem Exemplar oder personalisierte Dokumente sowie z.B. Fotos oder Urkunden, die nur einmalig oder in kleineren Mengen benötigt werden, ist der Digitaldruck besonders wirtschaftlich. So hat sich der Digitaldruck in den letzten dreißig Jahren für den privaten Hausgebrauch und für Büros, aber auch kommerziell immer weiter etabliert und fortentwickelt. Im kommerziellen Digitaldruck können insgesamt noch bessere Ergebnisse erreicht werden als mit den Tintenstrahldruckern für die häusliche oder gewerbliche Nutzung. Je nach Verwendung oder Einsatz des Druckerzeugnisses ist die Herstellung auf verschiedene Weise und in unterschiedlichen Qualitätsstufen möglich.

Grundsätzlich ist die Verwendung des Digitaldrucks für alles denkbar, was auch im Offsetdruck machbar ist, nur in sehr viel kleineren Mengen. Neben der Verwendung des Digitaldruckverfahrens in Buchverlagen für kleinere Auflagen kommt dieses Druckverfahren deshalb ebenfalls beim Druck von Broschüren und Postern, Visitenkarten, Postkarten, Kalendern und im Fotodruck sowie beim Druck von Großformaten zum Einsatz.

Der Digitaldruck wird darüber hinaus durch die technische Optimierung und Weiterentwicklung der Drucker und Druckmaschinen zunehmend immer schneller. Damit ist er für die Herstellung kleiner Stückzahlen auch in Sachen Geschwindigkeit dem Siebdruck oder Offsetdruck durchaus überlegen. Der Offsetsetdruck erfordert zudem die Auseinandersetzung mit der Farbseparation auf den Druckplatten sowie die Herstellung der Platten. Der Digitaldruck braucht diese Vorbereitung nicht, doch z.B. sollte unbedingt die Kalibrierung der Farbskala für ein optimales Ergebnis überprüft werden oder eine Druckprobe zur Überprüfung des Farbergebnisses hergestellt werden. So lässt sich die bestmögliche Druck- und Farberzeugung im fertigen Druckerzeugnis erreicht werden.

Bei der Druckvorbereitung im kommerziellen Digitaldruck kann eine unsachgemäße Vorbereitung der Dateien zu Verzögerungen bei der Bearbeitung des Auftrags führen. Wenn die Dateien für den Druck durch die Druckerei erst noch zusätzlich bearbeitet werden müssen, können sogar zusätzliche Kosten anfallen. Deshalb ist die Abstimmung zwischen Druckauftraggeber und Druckerei notwendig: es muss dem Auftraggeber bekannt sein, auf welche Weise die Dateien für den bestmöglichen Druck übermittelt werden müssen und was dabei zu beachten ist. Je weniger durch die Druckerei noch verändert werden muss, desto preisgünstiger kann der Druck vorgenommen werden. Anders als beim Desktop-Drucker für zu Hause lässt sich beim kommerziellen Druck nämlich nicht einfach ein Button anklicken, auf dessen mehrfach wiederholbaren Befehl der Druck erzeugt wird.

Vorteile

Mittels Digitaldruck können nahezu alle Druckobjekte wie z.B. Briefpapier, Visitenkarten und Briefumschläge in kleinen Auflagen produziert werden. So lassen sich leicht und praktisch auch personalisierte Einladungen oder Grußkarten herstellen. Selbst der Druck von Büchern in geringen Auflagen ist mit dem Digitaldruck möglich. Digitale Fotokameras sorgen zudem dafür, dass der Druck von Fotos oder Fotobüchern vereinfacht wurde und deshalb in den letzten Jahren viel häufiger genutzt wird. Die Digitalfotos werden mit spezialisierten Digitaldruckmaschinen hergestellt.

In der Kombination des Digitaldrucks mit weiteren Druckverfahren ist daneben auch die Herstellung besonders individueller und aufwändiger, aber auch optisch besonders ansprechender und qualitativ sehr hochwertiger Druckerzeugnisse auf eine wirtschaftliche Weise möglich. Digitale Dateien dienen dabei als Druckgrundlage.

Durch benutzerfreundliche Computerprogramme oder Online-Druckvorlagen für den Digitaldruck lassen sich auch von Laien professionell wirkende Designs und Druckvorlagen stark vereinfacht herstellen.

Im Vergleich zum Offsetdruck und weiteren kommerziellen Druckverfahren sind die signifikanten positiven Eigenschaften des Digitaldrucks vor allem die geringen Kosten und der geringe Zeitaufwand bei der Erzeugung von Kleinauflagen. Für die Herstellung von Platten oder das Einrichten von Druckmaschinen fallen keine zusätzlichen Kosten an und die Vorbereitung der Dateien ist in der Regel unkompliziert. Darüber hinaus sind jederzeitige Änderungen und die Herstellung weiterer Variationen ohne großen Aufwand noch kurz vor dem Druck möglich.

Nachteile

Der Digitaldruck ist grundsätzlich ein gutes Druckverfahren für kleine Druckmengen, doch bei der Anfertigung bestimmter Druckerzeugnisse scheitert dieser Druck. Z.B. ist die Stempelanfertigung nicht möglich, da die Stempelvorlage für den späteren Druck mit einem Stempel durch eine Lasergravur aus einem Rohling, in der Regel aus Gummi, freigeschnitten wird. Dasselbe gilt auch für besondere Etiketten, die unterschiedliche Anforderungen in Abhängigkeit von ihrem Einsatzgebiet zu erfüllen haben.
Besonders hochwertige Fotobücher werden ebenfalls nicht mit Hilfe des Digitaldrucks erstellt, sondern durch die Produktion auf fotogeeignetes Papier mittels einer Ausbelichtung. Diese Fotobücher haben verhältnismäßig starke Seiten ohne mittige Falz, sodass Panoramafotos bzw. doppelseitig angelegte große Motive in den Büchern gut zu erkennen sind. Die bessere Qualität spiegelt sich auch im Preis dieser Druckerzeugnisse wider.
Die Druckerzeugnisse aus dem Digitaldrucker sind verhältnismäßig wasser- und wetterfest. Eine Laminierung kann den Druck durchaus zusätzlich schützen. Dagegen ist die Beständigkeit der Rottöne gegen UV-Strahlen häufig nicht optimal. Je nach Einstrahlungsintensität, Druckfarbe und bedrucktem Material verliert die Farbe an Intensität. Insgesamt ist die Qualität des Digitaldrucks genauer betrachtet nicht so gut wie die beim Offsetdruck erreichte Qualität.

Bei der Herstellung von Produkten, die für einen längeren Zeitraum der Sonne und dem Wetter ausgesetzt sein sollen, ist professionelle Hilfe durch eine erfahrene Druckerei notwendig.

Offsetdruck und was ihn auszeichnet

Der Offsetdruck ist ein vielseitiges Verfahren und eignet sich für unterschiedliche Einsatzbereiche.

Eine lange Tradition kennzeichnet das Offsetdruckverfahren. Es entwickelte sich aus dem im 18. Jahrhundert aus dem von Alois Senefelder erfundenen Steindruck (Lithographie). Er verwendete Hochdruckformen aus Kalkstein. Die Formstellen, die drucken sollten, wurden mit Fetttusche abgedeckt. Die übrigen Stellen wurden mit einer Mehrfachzuckerlösung (Gummiarabikum, leicht sauer) in die glatte Steinoberfläche geätzt. Mit Wasser angefeuchtet, blieb an den frisch angeätzten Stellen keine Farbe haften und nur die gefetteten Bildstellen wurden eingefärbt. Diese Erkenntnis war ein Meilenstein im Flachdruck und ist heute noch die Grundlage für die Funktionsweise des Offsetdrucks.
Unabhängig voneinander konstruierten danach im Jahr 1904 sowohl Washington Rubel als auch Caspar Hermann erste Prototypen von Offsetdruckmaschinen. Sie nahmen die Idee des indirekten Drucks auf, indem in den Maschinen die Farbe von der Druckplatte zuerst auf einen Gummituchzylinder und dann erst auf den Papierbogen gebracht wurde. Hermann entwickelte wenige Jahre später anhand seiner ersten Pläne die erste richtige Offsetdruckmaschine, die 1912 öffentliches Aufsehen erregte.

Seither wurde das Offsetdruckverfahren unter Berücksichtigung aktueller Technologien stetig weiterentwickelt. Mit Hilfe des Offsetdrucks lassen sich nicht nur unterschiedlichste Materialien bedrucken, sondern auch verschiedene Druckerzeugnisse in vielen Farben und vor allem in großen Auflagen herstellen.

Funktionsweise

Das Offsetdruckverfahren ist im Vergleich zu anderen Druckverfahren recht komplex. Es ist im Gegensatz zum Buchdruck, bei dem direkt physisch mit einzelnen Buchstaben gedruckt wird, ein indirektes Druckverfahren, bei dem der Druckträger die Druckplatte nicht direkt berührt. Das bedeutet, der Druck wird nicht von der Druckplatte auf das zu bedruckende Material aufgetragen, der Farbauftrag auf den Druckbogen erfolgt vielmehr indirekt über eine zwischengeschaltete Walze, den Gummituchzylinder. Diese Funktionsweise führt zu dem gleichmäßigen Druck, der für die hohen Stückzahlen bei gleich guter Qualität verantwortlich ist.

Das Offsetdruckverfahren wird dem Flachdruckverfahren zugeordnet: die druckenden und die nicht druckenden Teile der Druckform liegen demzufolge weder erhöht noch vertieft, sondern beide auf einer Ebene.
Über den mit Wasser befeuchteten Gummituchzylinder erfolgt der Druck. Nach der Aufnahme der Farbe wird also zunächst auf ein Gummituch gedruckt, erst danach wird die Farbe auf das zu bedruckende Material übertragen. Diese Vorgehensweise stellt besondere Anforderungen an die Druckform: eine Seite, der aus zwei Seiten bestehenden Druckform, muss ständig trocken gehalten werden, sie enthält die Farbe für den Druck. Die andere Seite muss immerfort befeuchtet werden. Um diese Anforderungen zu erfüllen ist die aus millimeterdünnem Aluminium bestehende Druckplatte einseitig wasserabweisend, die andere Seite ist ständig dem Wasser ausgesetzt. Die Druckformoberfläche wird also so präpariert, dass die druckenden Bereiche die Offset-Farbe annehmen können. Die nicht druckenden Bereiche der Druckformoberfläche stoßen die Farbe dagegen ab und bleiben somit frei von Farbe.

Für die Projizierung des Druckbildes auf die Platte ist eine besondere Belichtungsform erforderlich, bei der das Licht die wasserabweisende Schicht destabilisiert. Die Schichten, die auf den Druckträger übertragen werden sollen, zeichnen sich im Entwicklerbad ab. Auf diese Weise wird ein sehr präzises Ergebnis erzielt, das auf viele unterschiedliche Materialien gedruckt werden kann.
Der tatsächliche Prozess des Druckens erfolgt durch mehrere sich gegeneinander bewegende Walzen. Innerhalb der Druckmaschinen befinden sich eine Farb-, eine Wasserwalze und verschiedene Druckwalzen. Die Druckbögen bzw. die Druckmaterialien werden in diesem komplexen Verfahren zur Druckerzeugung nacheinander einzeln durch jede Walze geführt.

Der Druck selbst funktioniert in der Praxis mit drei Druckzylindern. Die für den Druck vorbereitete Platte muss auf den ersten Plattenzylinder aufgespannt werden, um anschließend an den zu druckenden Stellen Farbe vom Farbwerk aufzunehmen. Die Stellen, die nicht drucken sollen, werden durch die Walzen des Feuchtwerks mit Wasser benetzt. Das seitenkorrekte Druckbild wird von der Druckplatte nun zuerst seitenverkehrt auf das Gummituch, den Zylinder, übertragen. Anschließend erfolgt die Übertragung wieder seitenrichtig auf das Papier bzw. den Druckbogen. Der Druckbogen läuft zwischen dem Druckzylinder und dem Gummituchzylinder hindurch.
Der Druck mit modernen Druckmaschinen im Offsetdruck erfolgt für die Bewältigung sehr hoher Druckmengen und gleichzeitiger Qualitätssicherung in der Regel computergesteuert.

Verfahren

In zwei verschiedenen Druckverfahren, dem sogenannten Bogenoffsetverfahren und dem Rollenoffsetverfahren, können die Druckerzeugnisse hergestellt werden. Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Verfahren erfolgt hinsichtlich des zu bedruckenden Papiers.

Das Rollenoffsetverfahren erlaubt den beidseitigen Druck sehr großer Bögen. Innerhalb kurzer Zeit können auf diese Weise große Mengen Druckerzeugnisse hergestellt werden. Das Rollenoffsetverfahren kommt daher unter anderem für den Druck von Tageszeitungen, Katalogen oder Telefonbüchern häufiger zum Einsatz als das Bogenoffsetverfahren, das in der Regel nur bei kleineren oder mittleren Auflagenhöhen angewendet wird.

Die zügige Verarbeitung der Drucke im Rollenoffsetverfahren hat die Vervielfältigung sehr vereinfacht und auch beschleunigt. Jede größere Auflage von Zeitungen, Flyern oder Broschüren wäre, ohne den Offsetdruck in angemessener Zeit, kaum zu bewerkstelligen.

Materialien und Farbdarstellung

Der Offsetdruck bietet den großen Vorteil, dass eine Vielfalt an Material für den Druck verwendet werden kann. Dies ermöglicht ein breites Verwendungsspektrum des Druckverfahrens. Neben den gängigsten Materialen wie Papier, Pappe und Karton, die in großen Mengen bedruckbar sind, können auch Folien oder beschichtetes Papier für den Druck von Planen und Plakaten verwendet werden.

Beim Offsetdruck ist es möglich, eine sehr breite Farbpalette zu drucken. Um dies zu realisieren, wurde ein spezielles Verfahren entwickelt. Zunächst können nur drei Grundfarben (Magenta, Gelb und Cyan) verarbeitet werden. Die Farbe schwarz ergänzt das Farbspektrum. Es hat sich deshalb auch der Fachbegriff „Vierfarbdruck“ als Synonym für den Offsetdruck etabliert. Aus diesen vier Farben – den Farben C-M-Y-K – ist die Mischung aller gewünschten Farbvarianten und Farbnuancen möglich. Die eingesetzten Farben setzen sich aus Pigmenten und Bindemitteln zusammen und sind zähflüssig. Durch den Zusatz sogenannter Additive können sich die Farben besser miteinander verbinden und auf dem Druckuntergrund haften. Wegen des Erreichens sehr scharfer Konturen und einer äußerst präzisen Wiedergabe des Druckbildes hat sich das Druckverfahren für die Produktion von Schriftdrucken durchgesetzt, da die Buchstaben auch in kleinerer Druckgröße sehr gut lesbar sind.

Im Offsetdruck verfügt jede einzelne der vorhandenen vier Grundfarben über eine eigene Druckplatte, um die Farben für die Erzielung der Mischnuancen entsprechend verwenden und übereinander drucken zu können. Vor dem Druck erfolgt eine Zuordnung der jeweiligen Farbe auf je eine Druckplatte. Jene Bildflächen, welche beim Druck mit Farbe gefüllt bzw. nicht mit Farbe gefüllt werden, sind auf der jeweiligen Druckplatte in einer Ebene angelegt (Prinzip des Flachdrucks).

Durch die besondere Belichtung der Platte werden unterschiedliche Oberflächenstrukturen erreicht. Die Farbe kann also nur dort aufgetragen werden, wo es auf der Druckplatte vorgesehen wurde. Die einzelnen Druckplatten für jede Farbe sind deshalb notwendig, um nur das Motiv auf die Platte zu projizieren, welches in den entsprechenden Farben gedruckt werden soll. Durch das Einspannen der Platten in das zur Farbe passende Druckwerk durchläuft der Druckbogen so nacheinander alle vier Druckplatten. Auf diese Weise werden die vier Farben übereinander gedruckt und die richtigen Farbmischverhältnisse kommen zustande.

Nach dem Druckvorgang werden die Positionen der Farben übereinander, die sogenannten Passer, sowie der Farbauftrag durch einen Fadenzähler geprüft. Der Fadenzähler ist eine sehr starke Lupe, die eine drei- bis zwölffache Vergrößerung ermöglicht und der Qualitätssicherung und Ergebniskontrolle dient.
Zeitgemäße Druckmaschinen errechnen die Farben und die richtige Mischung für das exakte Farbergebnis automatisch. Damit die Farben vollumfänglich zur Geltung kommen, werden als zu bedruckende Materialien hauptsächlich weiße Papiere und häufig zusätzlich gestrichenes Papier verwendet.

Häufiger als für Farbdrucke wird das Offsetdruckverfahren jedoch für die Erzeugung von Schwarz-Weiß-Drucken eingesetzt. Der Druck im Offsetdruckverfahren zeichnet sich unabhängig von der Farbe durch eine sehr hohe Qualität aus.

Anwendungsbereiche

Der Offsetdruck deckt durch seine Vielseitigkeit sehr viele Anwendungsbereiche ab. Pappe und Papier, Kartons oder Klebefolien lassen sich besonders gut bedrucken. Deshalb gehören zur Produktion der vielfältigen Druckerzeugnisse in großen Mengen und in kürzester Zeit in der Regel Zeitungen und Zeitschriften sowie Magazine. Mit dem Offsetdruck ist problemlos eine mehrmals tägliche große Produktion von vielen Tageszeitungen möglich, die durch die schnelle Druckproduktion zügig hochaktuell und in großer Stückzahl an die Kundschaft gelangen können. Die meisten Zeitungen benötigen inzwischen auch einen Farbdruck. Im modernen Offsetdruck ist die Farbverwendung zwar unproblematisch, zügiger und preislich spürbar günstiger ist dagegen die Produktion in schwarz-weiß auf dünnem und glattem Papier. Die großblättrigen Tageszeitungen lassen sich wegen der Einfachheit des Drucks preiswert herstellen. Auf eine Bindung wird bei Zeitungen in der Regel verzichtet. Dies hat auf die Preisgestaltung Auswirkungen, so dass der käufliche Erwerb von Tageszeitungen deshalb häufig günstiger ist als der Kauf von z.B. Zeitschriften oder Büchern.
Neben diesen Erzeugnissen gehören aber auch gebundene Broschüren oder Poster, Flyer, Karten oder Postwurfsendungen zu den Produktionen im modernen und zeitsparenden Offsetdruckverfahren.

Daneben wird der Offsetdruck weiterhin für enorm hochwertige Verpackungen aus Fein- oder Feinstwellpappe angewendet. Der Offsetdruck ist für Verkaufsverpackungen und Werbeträger bedeutsam. Das am häufigsten angewendete Verfahren zur Herstellung offsetbedruckter Verpackungen ist das Bekleben (fachlich: kaschieren) einseitig beklebter Wellpappe. Papierbögen, die vorher im Offsetverfahren bedruckt wurden, werden auf die Verpackung aufgeklebt (kaschiert). Dabei werden die Bogen vollautomatisch auf offene Wellen einer einseitigen Wellenbahn geklebt. Danach erfolgt der passgenaue Zuschnitt in Einzelformate. Schließlich werden die Bogen bzw. Formate zu den fertigen Verpackungen verarbeitet. Da dieses Druckverfahren und das anschließende Kaschieren verhältnismäßig preisintensiv ist, wird es häufig nur für sehr hochwertige Verpackungen verwendet, die in mittlerer und großer Stückzahl hergestellt werden.

Durch die Anwendung des Offsetdruckverfahrens wird nicht nur von dessen Vielseitigkeit, sondern auch von der Schnelligkeit und der optimalen Qualität profitiert.

Druckmaschinen

Der Offsetdruck wird durch den Einsatz spezieller Maschinen möglich, die durch den komplexen Aufbau mit mehreren großen Walzen und Druckplatten sowie ausreichend Platz für große Druckerzeugnisse häufig auch sehr großen Platzbedarf haben. Deshalb findet der professionelle Offsetdruck normalerweise nur im gewerblichen Bereich seine Anwendung.

Offsetdruckmaschinen sind Industriemaschinen, die in vollautomatischen Produktionsanlagen oder Druckereien eingesetzt werden. Nur wenige Hersteller bieten in Deutschland Maschinen für den Offsetdruck an. Zu den größten Firmen gehören z.B. die Heidelberger Druckmaschinen AG, MAN Roland oder Koenig & Bauer AG (KBA). Auch japanische Hersteller bauen Offsetdruckmaschinen. Bekannte Hersteller moderner Maschinen mit hohem Qualitätsanspruch sind u.a. RYOBI und Komori.
Die Offsetmaschinen sind wegen ihrer Konzipierung für einen dauerhaften Einsatz und die Erzeugung großer Stückzahlen sehr robust und langlebig.

Printmedien verlieren auch im digitalen Zeitalter nicht an Bedeutung. Insbesondere im Werbebereich in Form von Flyern, Plakaten und Broschüren besteht ein großer Bedarf an einer Vielzahl verschiedenster Druckerzeugnisse.

Newprint blue und der Offsetdruck

Newprint blue GmbH ist ein modernes Unternehmen, das sich auf Offsetdruck, sowie Digitaldruck spezialisiert hat. Mit viel Erfahrung kann es eine zuverlässige und professionelle Arbeit zusichern. Es wird so lange an einem Auftrag gearbeitet, bis der Kunde zu 100 Prozent zufrieden ist. Neben dem eigentlichen Druck hat das Unternehmen sich darauf spezialisiert, eine Agentur für den Kunden zu sein, die alle erdenklichen Produkte und Dienstleistungen anbietet, die irgendetwas mit Druck zu tun haben.

Newprint blue, eine Firma die nicht nur Wert auf guten Druck legt

Zusätzlich ist Newprint blue GmbH sehr umweltbewusst und engagiert sich für die Natur. Die Firma vertritt die Ansicht, dass man der Natur wiedergeben sollte, was man ihr nimmt. Aber auf menschliche Nähe wird viel Wert gelegt. Respekt ist das A und O und somit auch eine gerechte Entlohnung des Personals. Gleichzeitig werden Aufträge mit religiös oder politisch extremen, sexuellen oder menschenverachtenden Inhalten strikt abgelehnt.

Übrigens: Die Druckerei Newprint blue hatte früher den Namen Blueprint Druckerei. Aus markenrechtlichen Gründen wurde zur deutlichen Abgrenzung das Unternehmen in „Newprint blue GmbH“ umbenannt.

Was ist Offsetdruck?

Da stellt sich zuerst einmal die Frage, was Offset überhaupt heißt. Offset ist im Englischen das Wort für „abgesetzt“ im Sinne von „etwas übertragen“, eben etwas „absetzen“. Beim Druck ist Offset tatsächlich eines der am weitesten verbreiteten Verfahren, die es gibt. So wird es zum Beispiel oft bei Printmedien wie Zeitschriften, Magazinen, sowie bei Büchern und Verpackungen verwendet.

Beim Offsetdruck wird indirekt gedruckt. Das heißt, dass die Druckplatte sowie der Druckträger – die Seiten des Buches, die Oberfläche der Verpackung – sich nicht berühren. Das hat den Grund, dass die zu druckende Farbe auf einen Gummituchzylinder aufgetragen wird, welcher diese dann auf die zu bedruckende Fläche überträgt. Der Vorteil hieraus ist, dass die Druckplatte geschont wird und nur der Gummituchzylinder ausgetauscht werden muss und viele verschiedene Oberflächen bedruckt werden können. Zahlreiche Materialien können mit dem Offsetdruckverfahren bedruckt werden. Pappe, Papier, Keramik, Metall, Folien, Plastik, Glas, DVDs, CDs und noch einiges mehr.

Weitere Leistungen

Grundsätzlich sind die Druckbereiche zwischen Paper und Non-Papier, also zwischen Papier und kein Papier zu unterscheiden. Beim Drucken von Papier bietet Newprint blue Digitaldruck sowie Offsetdruck an, wobei der Offsetdruck eher für größere Auflagen geeignet ist, Digitaldruck schon für Kleinere.

Die Bearbeitung des zu bedruckenden Papiers ist auf verschiedene Arten und Weisen möglich. So kann gebunden, geklammert, genutet und gefaltet werden. Es besteht die Möglichkeit zu bohren, Ecken abzurunden, zu lasern und zu perforieren. Das ist ein Teil der Leistungen, die Newprint blue bietet.

Außerdem kann das Grundmaterial veredelt werden. Dazu gehört das Überziehen mit Dispersions-, Relief-, Spot- und UV-Lack, Cellophanierung, Kaschierung, sowie Relief-, Heißfolien- und Tiefenprägung.

Newprint blue bietet weitere Druckverfahren wie Sublimations-, Sieb- und Tampondruck an, welche aber eher für Werbemittel benutzt werden, sowie bei Textilien. Diese Druckverfahren werden zusätzlich meist dann angewandt, wenn der Kunde von A bis Z eine komplette Ausstattung für Messen, Events und andere Angelegenheiten wünscht.

Der persönliche Service von Newprint blue

Bei Newprint blue bleibt der Kunde am Ende wunschlos glücklich, da sich das Unternehmen um alles kümmern kann, wenn es der Kunde wünscht. Eine Idee sitzt im Kopf? Die Grafikabteilung kümmert sich um die Umsetzung. Und das nicht nur rein optisch – es wird sich darum gekümmert, dass es im Gesamten passt. Dazu zählt, dass es sinn- sowie zweckerfüllend ist.

Schon vorhandene Bild- oder Grafikdateien können bearbeitet werden und Bildrechte eingekauft.

Eine gerechte und professionelle Beratung gehört zum Service dazu. Der Kunde trägt Vorteile an der langjährigen Erfahrung des Unternehmens und bekommt nicht nur mit Ideen Unterstützung, sondern auch mit dem Auswerten welche Technik und welche Druckbereiche sinnvoll für den Kunden und dessen Vorhaben sind. Ganz wichtig ist dem Unternehmen, dass man sich bewusst ist, dass mit Menschen gearbeitet wird. Entsprechend braucht sich kein Kunde scheuen Überlegungen oder Fragen in der Beratung und der Zusammenarbeit einzubringen.

Die Firmenphilosophie

Newprint blue ist sich bewusst: Wir leben von unserer Umwelt, und nur wenn diese gerecht behandelt wird, kann sie bestehen bleiben.

Für jede Palette Papier die Newprint blue verarbeitet, werden 5 neue Bäume gepflanzt. Mit Urkunden, die das Unternehmen online veröffentlicht, weist es nach, dass es sein Wort hält und sich für das Pflanzen neuer Bäume wirklich einsetzt.

Newprint blue achtet darauf, sein Papier nur daher zu beziehen, wo Bäume nachhaltig bewirtschaftet werden und bekommt seinen Strom aus regenerativen Energiequellen.

Im Offsetdruck wird stets darauf geachtet, dass, wenn möglich, mineralölfreie Farben benutzt werden und kein Alkohol verwendet wird. Beim Digitaldruckverfahren werden Toner benutzt, die so unbedenklich sind, dass sie mit Lebensmitteln in Berührung kommen dürfen.

Selbst bei den Maschinen achtet die Firma auf ein Hand-in-Hand mit der Umwelt. Die Druckanlagen arbeiten frei von Chemie und extrem arm an Schadstoffen. Einige Bauteile werden in einem Recyclingprozess neu aufbereitet. Auch auf Menschlichkeit wird geachtet. So werden nicht nur die Kunden, sondern auch das eigene Personal respektvoll und fair behandelt.

Newprint-Blue GmbH
Berliner Straße 13-14
10715 Berlin – Wilmersdorf
030 48482323

 

Zink-Drucktechnik

Die Zink-Drucktechnik wird bei Fotodruckern eingesetzt ohne Anwendung von Tinte. Das Zinkpapier weist Farbpigmente auf, sodass der Zusatz von Tinte nicht mehr notwendig ist. Das Papier setzt sich aus drei übereinanderliegenden Emulsionsschichten zusammen. In diesen Schichten befinden sich Kristalle der Grundfarben in der subtraktiven Farbmischung Gelb, Magenta und Cyan. Das Zinkpapier wurde von Polaroid patentiert. Mit dieser Drucktechnik können Sofortbilder gedruckt werden. Es handelt sich um Fotos von Digitalkameras oder Smartphones. Durch die Verbindung des kleinen Druckers mit einer USB-Schnittstelle können Bilder in allerdings kleinem Format sofort gedruckt werden.

Packungseinheiten verschiedener Größen sind im Handel erhältlich. Der Vorteil dieser Druckweise besteht darin, dass keine Druckerpatronen, Farbkartuschen oder andere Hilfsmittel verwendet werden müssen. Auf den ersten Blick sieht Zinkpapier wie ganz normales Fotokopierpapier aus. Die drei Farben werden während des Druckvorgangs durch verschiedene Hitzeeinwirkungen beeinflusst. Gelb kommt bei 200 Grad zur Geltung, Magentafarben bei 150 Grad und cyanfarben bei 100 Grad Celsius. Die Farben werden nacheinander auf das Papier aufgetragen, im letzten Durchgang wird die Schutzschicht gegen Kratzer und Feuchtigkeit angebracht.

Drucker und Benutzung von Zinkpapier

Der mobile Fotodrucker ohne Tintenpatronen ist ein Renner bei den Besitzern von Smartphones und Digitalkameras. Der Akku des Druckers wird über Micro USB geladen. Der Drucker, im Internet bezeichnet als Hosentaschendrucker, wird von mehreren Unternehmen im Internet angeboten. Das Zinkpapier kommt zum Einsatz. In manchen Situationen, wie im Urlaub, auf Geschäftsreisen oder auf einer Wanderung ist diese Investition zweckmäßig. Die iOS App ermöglicht die Nutzung des Druckers. Die Nachbearbeitung der Fotos ist durch diese App möglich. Das Zinkpapier verfügt über eine klebende Rückseite, sodass die Fotos als Sticker verwendet werden können. Das Zinkpapier kann online erworben werden. An dieser Stelle lohnt sich ein Preisvergleich. Viele Shops werben mit günstigen Angeboten für Fotopapier. Die Kamera Polaroid Snap wird mit Zink-Drucktechnik angeboten. Die Bilder werden nicht nur sofort gedruckt, sondern gleichzeitig auf eine microSD-Karte gespeichert. Innerhalb von 30 Sekunden ist das Bild gedruckt. Der Polaroid PoGo ist der einzige Fotodrucker, der mit dem Zinkverfahren arbeitet. Es kann jedoch nur das spezielle Zinkpapier verwendet werden. Auf dem Markt wird ein Bluetooth-Drucker präsentiert, der mit dem Zinkverfahren funktioniert. Der Wegfall von Farbpatronen ist praktisch und rentabel.

Eigenschaften des Zinkpapiers

Die Grundfarbe des Zinkpapiers ist weiß, die gedruckten Fotos sind wischfest. Durch eine Polymer-Schutzbeschichtung ist das Papier wasserbeständig und länger haltbar. Besondere Eigenschaften sind:

  • Wegfall von Druck- und Farbpatronen,
  • hohe Auflösung der Fotos,
  • kein unnützer Verpackungsabfall,
  • sehr günstig, sodass es oft eingesetzt werden kann,
  • nicht lichtempfindlich,
  • so entwickelt, dass Wärme oder Feuchtigkeit keinen Schaden anrichten,
  • keine verstopften Druckdüsen,
  • randlos.

Empfehlenswert ist die Nutzung von Original Polaroid Zinkpapier. Die Fotos weisen eine bessere Qualität auf bezüglich Schärfe und Bildqualität. Der trockene Druck bringt den Vorteil, dass kein Verschmieren beim Berühren oder Ausdrucken entsteht. Bei einem Vergleichstest im Internet wurde das Zink Fotopapier als „Renner“ betitelt. Die hervorragende Qualität mit vielen Verwendungsmöglichkeiten wurde besonders gewürdigt. Die Fotos haben eine Größe von 2 x 3 Zoll, passend für die Geldbörse. Eine Idee ist, auf einer Hochzeit oder einer Geburtstagsfeier die Fotos der Feier zu drucken und dem Gastgeber als Erinnerung schenken. Den idealen Drucker mit Papier kann man bequem in der Tasche mitnehmen.

Was bringt die neue Norm ISO 12647-2:2013?

Die ISO Norm beinhaltet Fogra-Charakterisierungsdaten wie neue Druckkontrollkeile für den Offsetdruck. Neue Richtlinien für gestrichene und ungestrichene Papiere kommen zur Anwendung. Es bestehen acht Papierkategorien, vier für ungestrichene, vier für gestrichene Papiere. Die fünf Tonwertkurven A bis E sind nun dem Druckverhalten mit dem Verfahren Computer-to-Plate angeglichen. Einheitliche Bedingungen in der Prozessteuerung für Druckbedingungen mit helleren Papieren ist das Ziel dieser Norm. Die technischen Entwicklungen und die Standardbeleuchtung werden in dieser Norm kontrolliert.

Die Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz sind nunmehr einheitlich. Ehedem herrschte mit drei Prozent höher die Farbe schwarz vor. Außer den acht Druckbedingungen für die genannten Papierarten in AM-Raster gibt es nun Alternativen für nicht periodische Raster. Man erprobt die verstärkte Verwendung von optischen Aufhellern. Als M1 wird die neue Lichtart zur Messung von Papier, Druckfarben und Proofs gekennzeichnet. Laut professioneller Erläuterung ist das Ziel folgendes: (übernommen aus dem Internet) Die aus Fogra 51 und Fogra 52 erstellten kostenlosen ECl-Profile in einem Übergangszeitraum, die auf Basis von Fogra 39 und Fogra 47 erstellten Profile, abzulösen. Fogra bedeutet: Forschungsgesellschaft Druck e.V. In der Praxis ist diese Vorstellung nicht so ganz einfach durchzusetzen.

Die neue Norm ist umsetzbar

Laut Meldung im Internet hat eine Druckerei bereits eine Auszeichnung bekommen, da dieses Unternehmen genau nach dieser Norm komplett arbeitet. Laut Aussage dieser Druckerei ist das Ziel der neuen Norm, einfach zu messen, was das Auge tatsächlich sieht. Die bisher eingesetzten Messsysteme waren nicht in der Lage, im Papier befindliche Aufheller zu erkennen. Moderne Messgeräte schaffen nunmehr diese Aufgabe ohne Probleme. Die Produktplatte ist in drei Kategorien unterteilt. Die Druckprodukte werden im Offsetdruck und Digitaldruck produziert. Werbetechnik ist eine Drucktätigkeit von Beschriftungen, Schildern oder anderem Werbematerial. Die dritte Kategorie „Drucksachen gestalten“ umfasst das Drucken nach vorgefertigten Motiven von Kalendern, Karten oder ähnlichen Produkten. Dem Nutzer wird die Abwicklung der Bestellung so vereinfacht, dass viel Zeit gespart werden kann. Zur Erleichterung der Durchsetzung dieser Norm besteht die Möglichkeit zum Besuch von Seminaren. Themenpunkte sind:

  • acht neue Papierklassen, vier für gestrichene, vier für ungestrichene,
  • neue Tonwertvorgaben,
  • Vorgaben für Digitalproofs,
  • Vorgaben für Normlicht und Messtechnik,
  • Kontrollelemente, vier neue ICC-Profile.

Änderungen der neuen Norm

Das Zertifikat wird nicht so einfach herausgegeben, eine Prüfung der Druckerei ist unumgänglich. Durch die Veränderung der Papiertypen, wie Anteile der Aufheller und Färbung, wurden die fünf Druckbedingungen überarbeitet. Fogra 51 und 52 beschreiben die Fluoreszenz optischer Aufheller. Die M1-Messtechnik ist unbedingt erforderlich zur Verifizierung des Proofs. Bei der Druckerei wird die M1-Messtechnik zur Farbkontrolle benötigt. Fogra 51 und 52 sind in M1 definiert. Es gibt für den Bogenoffset noch nur zwei Druckbedingungen, eine für gestrichenes und eine für ungestrichenes Papier.

Die Norm gibt neue Zielwerte für die Volltonfarborte und Tonwertzunahmen und umfasst auch den Druck mit nicht periodischem Raster. Die Tonwertzunahmekurven haben den größten Einfluss auf die Farbwiedergabe. Großer Wert wird daher auf die Soll-Tonwertzunahmekurven gelegt. Die D50-Lichtquelle muss eine Lichtstärke von 2000 Lux aufweisen. Die Normlichtlösungen müssen besser an D50 angepasst werden. Angaben zur Graureproduktion und zur Graubalance und andere Unterschiede in der Papierfärbung wurden ebenfalls in der Norm berücksichtigt.

Sicherheitsdruckerei

Sicherheitsdruckereien garantieren einen Schutz ihrer Druckergebnisse vor Fälschungen. Sie haben die Berechtigung, Geld zu drucken. Die Euronote verfügt zum Beispiel über 50 Sicherheitsmerkmale. Diese Berechtigung ist geheim, und wahrscheinlich hat nur eine einzige Druckerei im Lande diese Erlaubnis. Unser Geld wird nicht auf Papier bedruckt, sondern auf einen Bedruckstoff aus Baumwolle. Der Geldschein leuchtet im UV-Licht. Das dürfte jedem Bürger bekannt sein. Über viele Merkmale ist das Geheimnis der Entdeckung nie gelüftet worden. Interessant ist, dass die Geldscheine nicht gedruckt, sondern geprägt werden.

Die Geldfälscher sind nicht zu unterschätzen. Aus diesem Grunde werden immer neue Verfahren und Techniken erforscht, die die Echtheit des Geldes bestätigen. Nicht nur Geld wird gefälscht, auch Führerscheine oder andere Dokumente. Der Kampf gegen die Fälscher ist ständig. Man muss den Fälschern immer einen Schritt voraus sein. Gefälschte Etiketten, Briefmarken, Steuermarken oder Zertifikate würden überhandnehmen, wenn nicht die Sicherheitsdruckereien in Zusammenarbeit mit Papierherstellern dieses erschweren. Mit sichtbaren oder auch unsichtbaren Fasern, Beschichtungen, die mit Phosphor bearbeitet wurden, werden Lösungen erarbeitet. Rubbellose oder Briefmarkenpapiere sind auch sehr beliebt bei Fälschern.

Kunden der Sicherheitsdruckereien

Diese Druckereien haben unter anderem auch einen besonderen Kundenstamm, der auf die sicheren Druckerzeugnisse vertraut. ISO Zertifikate können diese Unternehmen jederzeit vorweisen. Folien und Hologramme werden gern zur Sicherung der Druckerzeugnisse eingesetzt. Die Sicherheitsmerkmale, die unterschiedlich zum Schutz der Produkte angewandt werden, werden allgemein Sicherheitsgestaltung genannt. Darüber hinaus werden Sicherheitsfäden in manchen Produkten angebracht. Sicherheitsfarben kommen auch zum Einsatz. Die Sicherheitsdruckereien sind organisiert. Intergraf nennt sich die Organisation, European Federation for Print and Digital Communication. Der Sitz ist in Brüssel. Die gedruckten Banknoten müssen einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden. Der Test dauert ca. vier Stunden und beansprucht die Banknoten so, als wenn diese unter extremen Bedingungen einige Jahre im Umlauf sind. Die zum Test gewählten Banknoten werden zerknittert, stark beschmutzt, mit nassem Vlies groben Behandlungen ausgesetzt.

Auf dem Markt ist der Rollenschneider mit Registerschnitt nach Wasserzeichen. Der Schneidmarkensensor bewirkt, dass der Schnitt nach definierten Schnittmarken erfolgt. Ein Kamerasystem arbeitet im Durchlichtverfahren. Der Rollenschneider kann nun nach Schnittmarken im Durchlicht oder gezielt nach Wasserzeichen schneiden. Eine systematische Planung und gezielte Verbesserung der Produktionssysteme müssen ständig wiederholt werden. Die Sicherheitsdruckereien arbeiten mit Partnern zusammen, um gemeinsam Lösungen zur Schutz vor Fälschern zu entwickeln.

Sicherheitsmerkmale

Die bekanntesten Sicherheitsmerkmale für unser Geld ist das Wasserzeichen. UV-Reaktive Farben sind nicht gleich zu erkennen. Durch eine UV-Lampe ist die Überprüfung sehr leicht. Das Aufprägen von Folien ist sofort erkennbar. Leider ist das Fälschen durch diese Eigenschaft auch leicht, allerdings mit viel Aufwand. Hologramme sind Abbilder, bei dem ein Interferenzmuster aufgezeichnet wird, welches nachher ein Abbild des Objektes ermöglicht. Die Fälschungen sind hier sehr erschwert. Barcodes werden bei Konsumgütern eingesetzt. Die zertifizierte Druckerei entwickelt Sicherheitsvorrichtungen für Fahrscheine, Parktickets, Lotteriequittungen und Chipkarten. Radierbare Farben werden verwendet, hier fehlt nach der Manipulation die feine Reliefstruktur im Hintergrund. Individuelle Prägewerkzeuge können Logos mit einer speziellen Hologrammfolie als Holomark prägen. Variable Farben wechseln bei Änderung des Betrachtungswinkels oder durch eine Prüffolie die Farbigkeit. Die Mitarbeiter der Sicherheitsdruckereien werden genauestens überprüft. Die relevanten Dokumente und Druckplatten werden sicher gelagert.

Wasser im Druck

In Druckereien wird Wasser benötigt. Die Plattenbelichtung wird mit Wasser betrieben, Feucht- und Reinigungswasser für die Druckmaschinen. Die Luftbefeuchtung geschieht auch durch Wasser. Das Problem ist, dass verschiedene Wasserhärten eingesetzt werden. Die Plattenbelichtung darf nicht mit zu hartem Wasser in Berührung kommen. Die Folgen sind Kalkablagerungen auf den Platten. Somit darf nur enthärtetes Wasser zur Anwendung kommen. Das Reinwasser nach Durchgang in der Umkehrosmose Anlage wird für die Feuchtwasserversorgung benutzt. Bei diesem Vorgang muss das Wasser auf 10°dH eventuell gehärtet werden.

Für die Luftbefeuchtung wird Reinwasser, produziert durch die Umkehrosmose Anlage, verwendet. Vorher durchläuft es die Prozedur einer UV-Entkeimung. Die Luftbefeuchtung selbst muss über eine Wasseraufbereitung verfügen. Die Druckereien müssen genau informiert über den Wasserhärtegrad sein. Die vollständige Wasseraufbereitung besteht aus Enthärtungsanlage, Umkehrosmose Anlage und UV-Entkeimung. Die Gummiwaschanlagen in Offset-Druckmaschinen dürfen kein hartes Wasser verwenden. Das führt zu Düsenverkalkungen. Eine Druckerei veröffentlicht im Internet, dass die Falzapparate und ein Teil der Druckanlage mit Spühwassernebel-Löschtechnik ausgestattet wurden. Druckereien, die Zeitschriften oder Kataloge produzieren, sind reich an Brandrisiken. Die intensive Reinigung und stetige Überprüfung der elektrischen Anlagen vermindert zwar die Gefahr eines Brandes, jedoch auszuschließen ist diese nie.

Wo wird Wasser noch eingesetzt?

Sprinkleranlagen und Wandhydranten sind zwar nicht gerade zu empfehlen beim Einsatz von Druckmaschinen. Sollte es jedoch tatsächlich einmal zu einem Brand kommen, wäre das wohl doch das kleinere Übel. Die Bedruckung von Pappe erfolgt fast ausschließlich mit wässrigen Farben, welche teilweise Lösemittel enthalten. Nach Beendigung der Arbeiten erfolgt die Reinigung. Ein Unternehmen bietet die Lösung zur Abwasserbehandlung an. Die Anlagen funktionieren nach dem Prinzip der chemischen Fällung und Flockung. Die individuell produzierten Anlagen vermindern Kalk, Korrosion, und Verkeimung, einsetzbar in der Wellpappen- und Druckindustrie, Dampferzeugung und Prozesskreisläufen.

Interessant ist ein chinesisches Forschungsergebnis. Spezialpapier wird mit Wasser bedruckt. Der Toner eines herkömmlichen Druckers wurde mit Wasser befüllt und ins Papier integriert. Durch Hitzeeinwirkung wie im Backofen ist die Schrift löschbar. Das Papier kann bis zu 50 Mal verwendet werden. 22 Stunden bleibt die Schrift bestehen bzw. durch Hitzeeinwirkung wird sie sofort gelöscht. Man versucht, dieses Forschungsprojekt zu verbessern, sodass die Schrift länger als 22 Stunden sichtbar ist und nicht nur in einer Farbe gedruckt werden kann, sondern in blauer, violetter oder goldener Schrift.

Nutzen des Wassers in der Druckindustrie

 

Das verwendete Wasser in der Druckindustrie beeinflusst die Qualität der Druckergebnisse enorm. Die Umkehrosmose Geräte sorgen für eine optimale Wasseraufbereitung. In vielen Betrieben wird nur eine Teillösung eingesetzt. Die stabilisierte Wasserqualität ist zum günstigen Preis nutzbar. Die einfache Installation und Steuerung sorgt für Erleichterung des Personals. Die Vorfiltration wird mit Aktivkohle vorgenommen. Beim Waschen der Gummituchzylinder verhindert die Einrichtung gehärtete Prozesswasser Ablagerungen. Das Reinstwasser unterstützt die Stabilität der Plattenbelichtung. Das Weichwasser oder enthärtetes Wasser kann nicht in allen Arbeitsweisen benutzt werden. Die Dosierung des Wassers mit Dosierpumpen ist empfehlenswert. Dosiert werden die Feuchtmittelzusätze, Mineralstoffe, Silikonemulsionen, Vernebelung und Befeuchtung. Die Pumpen sind nur geringfügig wartungsbedürftig, unempfindlich gegen Durchsatz- und Wasserdruckschwankungen, selbstansaugend, und sie sorgen für eine homogene Verdünnung. Die Dosierbereiche sind den verschiedenen Druckmethoden angepasst und tolerieren einen niedrigen Wasserdurchsatz. Die Dosierer können problemlos im Oberlauf von Nebel- und Befeuchtigungssystemen eingesetzt werden. Sie sorgen für das Entkalken der Düsen. Das Risiko von Krankheitserregern wird durch diese Dosierer minimiert.

Drucken für die (alte) Kunst: Holzschnitt, Linolschnitt und Monotypie

Der Druck von Schnitten gehört zu den ältesten Drucktechniken überhaupt. Mit der Erfindung des Papiers in China ging die Entwicklung von ersten Drucken einher. Hierbei wurde allerdings oft Stein als Material für die Anfertigung eines Stempels verwendet. Erste Holzschnitt lassen sich auf etwa 705 n. Chr. datieren. Die Entwicklung in Europa erfolgt erst später, da hier die Entdeckung des Papiers als Massenmedium für Schrift und Druck erst im 14. Jahrhundert geschaffen wurde. Mit dem beginnenden Buchdruck erlebte der Holzschnitt als einfache Möglichkeit zur Reproduktion von Texten und Bildern hier eine erste Hochzeit. Durch die Einführung beweglicher Lettern im Druck durch Gutenberg nahm seine Bedeutung jedoch wieder ab. Einen zweiten Durchbruch für den Holzschnitt erlebte der Holzschnitt zu Ende des 15. Jahrhunderts. Die Illustrationen des Nürnberger Künstlers Albrecht Dürer fanden in ganz Europa Abnehmer und die entsprechende Anerkennung.

Abgelöst wurde der Holzschnitt dann von Kupferstichen und Radierungen, da diese erheblich filigranere Darstellungen zuließen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat der Holschnitt aber wieder einen festen Platz in der europäischen Kunst. Ausgelöst wurde die Wiederentdeckung dieser alten Drucktechnik durch zahlreiche japanische Grafiken, die mit der Öffnung des Landes nach 1867 in den Westen gelangten.

Linolschnitt als moderne Variante

Das um 1860 entwickelte Linoleum wurde schnell nicht nur als Belag für strapazierte Fußböden, sondern auch als ideale Ergänzung zu Holz entdeckt. Denn das Material lässt sich mit Stech- und Schneidewerkzeugen vergleichsweise einfach bearbeiten und ist zudem günstig. Die beim Linolschnitt angewandte Technik ist ähnlich der des Holzschnittes: Das gewünschte Motiv wird mit Messern aus einer Platte spiegelverkehrt ausgeschnitten. Der eigentliche Druck erfolgt im Hochdruckverfahren. Hierbei wird das Trägermaterial mit Ölfarbe bestrichen. Der Druck auf ein Blatt erfolgt durch Auflegen und anschließendes Pressen. Da Linoleum elastischer als Holz ist, muss beim Linolschnitt nicht unbedingt eine Presse oder ein Falzbein für die Übertragung der Farbe verwendet werden.

Eigenschaften von Linol- und Holzschnitten

Sowohl Linol- als auch Holzschnitt sind von ihrer Anlage her einfarbig. Soll ein mehrfarbiges Motiv gedruckt werden, sind hierfür mindestens zwei Druckplatten mit dem jeweiligen Farbanteil des gewünschten Motivs notwendig. Aufgrund der Beschaffenheit des Trägermaterials erlauben diese Drucktechniken eher grobe und flächige Motive. Sowohl der mechanische Aufbau der Druckplatte als auch das Druckverfahren selbst sprechen gegen allzu filigrane Motive. Allerdings erhalten die Schnitte eben durch ihre Reduktion auf das Wesentliche ihrer Darstellung einen eigenen künstlerischen Reiz.

Sobald die Druckfarbe getrocknet ist, können Schnitte auch nachkoloriert werden. Diese im asiatischen Raum verbreitete Technik hat im 19. Jahrhundert auch in Europa Einzug gehalten und wird bis heute in der Kunst verwendet. Die Abnutzung von Holz und Linoleum beim Druck ist vergleichsweise gering. Dementsprechend sind Holz- und Linolschnitte reproduzierbar.

Drucken ohne feste Form: Monotypie

Auch bei der Monotypie wird das Motiv mittels Druck auf das Papier übertragen. Anders als bei den Schnitten wird die Vorlage jedoch nicht fest auf einem Träger verewigt. Bei der Monotypie malt der Künstler das gewünschte Motiv auf eine glatte Platte aus Glas, Metall oder Acryl. Wird das Trägerpapier aufgebracht und festgedrückt, überträgt sich das Motiv. Da diese Methode nicht zerstörungsfrei arbeitet, entstehen bei der Monotypie nicht reproduzierbare Einzelstücke.
Auch hier gilt die Druckerpresse als ideales Werkzeug, um ein Motiv gleichmäßig zu übertragen. Wie in den ursprünglichen Übertragungstechniken für den Holzschnitt ist aber auch ein Andrücken des Papiers mit einem Falzbein möglich.

Der Siebdruck – Liebling der Pop-Art-Kunst

Marilyn Monroe vielfach farbverfremdet, die Dosen von Campbell`s Tomato Soup oder der, den Colt ziehende Elvis Presley – mit diesen Motiven wurde Pop Art-Künstler Andy Warhol weltberühmt. Und mit ihm das Verfahren, mit dem er diese Bilder herstellte: der Siebdruck. Seit dieser Kunstepoche hat sich der Siebdruck zu einem legitimen künstlerischen Ausdrucksmittel entwickelt und ist bis heute eine Technik geblieben, derer sich viele zeitgenössische Künstler immer wieder bedienen. Weil die Technik des Siebdrucks ein vergleichsweise simpel zu handhabendes Verfahren ist, dass sich Künstler schnell aneignen können und, weil der Siebdruck künstlerisch vielfältig verwertbar ist, hat er die übrigen druckgraphischen Verfahren in der Kunst (wie zum Beispiel Lithographie, Flach-, Hoch- und Tiefdruck) mittlerweile in den Hintergrund treten lassen.

Eine Grundidee, so alt, wie die Menschheitsgeschichte

Stark vereinfacht, wird beim Siebdruck folgende Technik angewendet: aus Holz, Metall oder irgendeinem Kunststoff werden die Rahmen für die sogenannten „Siebe“ hergestellt. Das Sieb selbst, besteht häufig aus einem straff gespannten Polyester-Gewebe. Die entsprechenden Schablonen werden heute häufig fotografisch erstellt. Unter das, auf einem Tisch arretierte Sieb wird das zu bedruckende Material, wie zum Beispiel Papier oder Stoff positioniert und seine Stellung markiert. An einer Stelle des Siebs wird nun Farbe aufgetragen, durch eine sogenannte „Rakel“ gleichmäßig verteilt und dabei durch die offenen Stellen der Schablone auf das Untergrundmaterial gedruckt. Die Grundidee dieses Druckverfahrens ist wohl so alt, wie die ersten graphischen Darstellungen der Menschheit. Schon in prähistorischen Höhlen wurden menschliche Hände dargestellt, die als Schablonen an die Wand gehalten wurden, um sie danach mit Farbe durch ein Blasrohr zu übersprühen. Seitdem 6. Jahrhundert wurden dann in Japan und China Schablonen eingesetzt, um Stoffe zu bedrucken. Erst ab dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Japan die sogenannte Katazome-Technik, ebenfalls zum Färben von Textilien entwickelt. Dabei wurden zweilagige Schablonen aus Maulbeerbaum-Papier geschnitten. Innenstücke der Schablonen wurden mit Haaren oder Seidenfäden stabilisiert. Dadurch gelang es erstmals viele Details zu arretieren, ohne störende Stege auf dem Druckmotiv zu sehen. Durch die die Schablone wurde dann eine Reispaste gequetscht. Im getrockneten Zustand deckte diese die nicht einzufärbenden Stellen ab.

Die Kunst entdeckt die unendlichen Möglichkeiten des Siebdrucks

Diese Technik kam im Zuge der schrittweisen Öffnung der japanischen Gesellschaft und ihrer Teilnahme an der Weltausstellung Mitte des 19. Jahrhunderts auch nach Europa. Schnell entwickelte sich daraus das heute gebräuchliche Siebdruckverfahren. 1907 wurde in England das erste Patent dafür erteilt. Zur selben Zeit wurden die Pinsel (mit denen die Farbe ursprünglich aufgebracht wurde), durch den Gebrauch der Rakel ersetzt. In den 1930er Jahren entdeckten dann auch die Künstler und Gebrauchsgraphiker die junge Drucktechnik. Zunächst wurde sie in der boomenden Werbung, und dort vor allem in der Schilderproduktion eingesetzt. Nur kurze Zeit später begannen Künstler, die Möglichkeiten des Siebdrucks für sich zu entdecken.

Die sogenannte „Serigraphie“, wie der von Künstlern geschaffene Siebdruck auch genannt wird, entfaltete danach mehr und mehr ihr Potential und erlebte in den 1960er Jahren durch ihre Auseinandersetzung mit der Werbeästhetik, ihrer möglichen Einbindung von Fotos und Comic-Illustrationen sowie den Einsatz intensiver Farben ihren Höhepunkt. Die Popartkünstler gaben dem Siebdruck letztlich einen Inhalt, der sich mit technischer Vollkommenheit vereinigte. In den vergangenen Jahren erlebte der Siebdruck, als künstlerische Technik einen weiteren Aufschwung. Motive der Urban Culture und Street-Art haben Einzug in die Kunstszene gehalten und lassen sich – das beweisen die Ausstellungen in zahllosen Galerien – vor allem durch die Siebdrucktechnik auf das jeweilige Medium aufbringen. So hat beispielsweise der niederländische Künstler Lukas Julius Keijser für eine seiner Performances Duftstoffe Farben gemischt und damit per Siebdruck Blumenmotive dargestellt. Außerdem baute er eine Pop-Up-Fleischerei auf, in der er vegane Siebdrucke von Steaks und Würsten auf Recylingpappe verkauft wurden.

Die „Serigraphie“ und ihre Unterschiede zur Gebrauchsgraphik

Eine wirkliche Abgrenzung zwischen kommerzieller und künstlerischer Anwendung des Siebdrucks gab es nie. In den anderen Drucktechniken, wie Hoch-, Tief-, und Flachdruck gibt es zwischen industrieller und künstlerischer Verwendung hingegen signifikante Unterschiede in der drucktechnischen Realisierung. In der Vergangenheit wurde der Siebdruck im Kunsthandel deshalb als minderwertige Drucktechnik gesehen. Um den Anforderungen einer „Serigraphie“ gerecht zu werden, wurde gefordert, dass der Künstler sein Motiv per Hand auf das Sieb übertragen soll. Allerdings ließ sich dieser Anspruch nicht halten, da der Künstler in seinen Möglichkeiten zu stark eingeschränkt werden würde und darüber hinaus eine einfache Verletzung des Untergrundgewebes die vorherige künstlerische Arbeit zerstören würde. Von Künstlern, die ihre Siebdruckarbeiten, als „Serigraphien“, also künstlerische Werke eingeschätzt sehen wollen, sollten allerdings ein paar wichtige Regeln beachtet werden. Das jeweilige Motiv kann direkt auf das Sieb aufgetragen werden. Dabei ist die Zeichnung auf eine transparente Folie ebenso möglich, wie die Belichtung von Fotomaterial oder das Aufbringen von computergenerierten Graphiken und Illustrationen. Diese Filme oder Folien können fotografisch auf das Sieb kopiert werden. Allerdings soll die somit hergestellte Schablone nur für die Serigraphie verwendet werden, nicht aber für weitere Kopien, die dann als Werbung (zum Beispiel Ausstellungsplakate) verwendet werden. Vermieden werden, sollte in jedem Fall eine zu hohe Anzahl von Kopien (Bogenanzahl). Die Druckbögen sollten deshalb signiert und nummeriert werden. Der Einsatz von sogenannten Rasterdrucken ist nur dann zu empfehlen, wenn dies zur Umsetzung der künstlerischen Idee beiträgt. Unerwünschte Nachdrucke sollten verhindert werden, indem die Schablonen, wie Fotomaterial oder gezeichnete Kopiervorlagen nach dem Druck eliminiert werden. Die Ausdruckskraft und Einmaligkeit einer Serigraphie wird erhöht, wenn die Siebdruckgraphik nachbearbeitet wird. Mit Reliefruck, Lasuren, stärker deckende Farben, Irisdruck und weitere aufgetragene Materialschichten schöpft man die großen Möglichkeiten des Siebdruckverfahrens weiter aus.

Das erste Massenmedium der Menschheitsgeschichte

Der Mainzer Johannes Gutenberg wurde 1999 zum „Mann des Jahrtausends“ gewählt. Er hatte eine epochale und die Neuzeit einläutende Erfindung gemacht. Mit der Entwicklung des Buchdrucks hatte er im 15. Jahrhundert das erste Massenmedium der Menschheitsgeschichte geschaffen und somit die europaweite Ausbreitung von Renaissance, Humanismus und Reformation ermöglicht. Fairerweise muss allerdings gesagt werden, dass Gutenberg zwar eine neue Drucktechnik entwickelt und die Revolution vom geschriebenen zum gedruckten Wort ermöglicht hat, die Ehre den Druck von Schrift auf Papier erfunden zu haben, aber den Chinesen überlassen muss. Während die Verfahren des Stempelns und Gravierens schon in der Antike verbreitet waren, begann man in China im 10. Jahrhundert mit dem sogenannten Plattendruck. Auf Holzplatten wurden Schriftzüge geschnitzt und diese dann als Druckplatten eingesetzt. Der erste Einsatz von beweglichen Buchstaben oder Symbolen wird dem chinesischen Alchimisten und Drucker Pi Sheng in den Jahren 1041 bis 1049 zugeschrieben. Pi Sheng fertigte einen Schriftsatz aus würfelartigen Standardtypen an, die anschließend in einem Eisenrahmen zu ganzen Sätzen zusammengefasst werden konnten. Der Druck mit beweglichen Buchstaben aus Metall ist dann bereits aus dem Korea des 13. Jahrhunderts überliefert. Allerdings schienen die Anwendungsmöglichkeiten begrenzt, denn dieses Druckverfahren konnte sich letztlich nicht wirklich weit verbreiten.

Gutenbergs Druckerpresse

In Europa fertigte man in dieser Epoche vor allem Handschriften an. Mönche schrieben die existierenden Bücher in Klöstern ab. Bibeln und andere Werke wurden dabei eher gemalt, als geschrieben. Die gebräuchliche Drucktechnik, der Holztafeldruck wurde fast ausschließlich auf Illustrationen angewendet. Johannes Gutenberg entwickelte daraus, ein bis dahin in Europa unbekanntes Druckverfahren mit beweglichen Lettern. Texte konnte nun aus einzelnen Buchstaben, gängigen Satzzeichen und häufig benutzten Wortkombinationen zusammengesetzt werden. Um die Herstellung von identischen Lettern zu ermöglichen, erfand der Mainzer ein spezielles Handgießinstrument. Gutenberg entwickelte außerdem eine neuartige Druckerpresse, mit der man nicht nur schnell, sondern auch besonders gleichmäßig drucken konnte. Diese Technik breitete sich danach in nur wenigen Jahrzehnten in ganz Europa aus und eroberte später auch andere Kontinente.

Inhalte, wie die Bibel konnten von nun ab massenhaft vervielfältigt werden und das geschriebene Wort war nicht länger ein Privileg der gehobenen Schichten, sondern auch für ärmere Bevölkerungsschichten erreichbar.

Ein neuer Berufsstand entsteht

Aus Gutenbergs Erfindung entwickelte sich schnell ein bis dahin vollkommen unbekannter Handwerkszweig. Die Mechanisierung des Buchdrucks zog das Entstehen eines ganzen Berufsstandes nach sich. Schriftgießer, Schriftschneider und Setzer übernahmen die Arbeit des Schreibers mit der Feder. Und verwendeten Begriffe, die bis zum Aufkommen des Computerzeitalters gebräuchlich blieben. Die Bedeutung von Worten, wie Fliegenkopf, Schusterjunge, Winkelhaken, Umbruch, Durchschuss und Hurenkind waren noch bis vor nicht allzu langer Zeit jedem Drucker wohlbekannt. Dabei hat die Buchdruckerkunst, bis in die heutige Zeit stets Schritt gehalten, mit den Fortschritten der Zivilisation, deren mächtigster Hebel sie bis zur Erfindung des Internets war. Eine ausschließliche Erfolgsgeschichte war der Buchdruck allerdings ebenfalls nicht.

Im 17. Jahrhundert beispielsweise verursachten die verheerenden Kriegsjahre des 30-jährigen Krieges einen deutlichen Niedergang der Buchdruckerkunst. Kaum ein Schriftstück dieser Epoche zeugt von besonderer Mühe oder Kunstfertigkeit. Erst im 18. Jahrhundert wurde eine neue Blüte verzeichnet und 1740, exakt 300 Jahre nach Gutenbergs Erfindung erreichte der Buchdruck eine neue Blüte und in seiner Fertigungskunst eine bis dahin nicht gesehene Filigranität. Nicht nur das literarische Leben erwachte zu neuem Leben, sondern auch die Buchdrucktechnik.

Das Digitaldruckverfahren macht das „Book on demand“ möglich

Stereotypie und Galvanoplastik wurden erfunden. Die Kunst des Holzschnittes kehrte zurück und im 19. Jahrhundert feierte die Photographie, mit ihren umfangreichen Anwendungsmöglichkeiten ihren Einzug. 1843 entstand das erste, vollständig in Gold gedruckte Buch und wenig später erfand der Deutsche Friedrich Koenig die Schnellpresse und trug damit seinen Teil dazu bei, dass die Buchdruckerkunst am Ende des 19. Jahrhunderts einen beispiellosen Aufschwung erfuhr und in ihren Erzeugnissen eine bis dahin unbekannte Vollkommenheit in Schnelligkeit und Ästhetik erreichte. Bücher dieser Epoche sind lebendige Zeugnisse dieser Blüte, die bis in die 1930er Jahre anhielt. Nach fast 400 Jahren, in denen Gutenbergs Buchdruck nahezu unverändert angewendet wurde, hielt die Mechanisierung Einzug. Alles das, was vorher die Arbeit des Setzers war, konnte nun mehr und mehr von Maschinen ausgeführt werden. Eine automatische Schriftgießmaschine, die Monotype, konnte die Lettern nach jeweiliger Liste gießen. Ab 1960 gab es die fotomechanischen Umsetzungen, mittels eines Fotosatzes. Die beherrschende Technik des Buchdrucks, bis zur Jahrtausendwende war der sogenannte Offsetdruck, bei dem nach wie vor Druckplatten hergestellt werden mussten. Doch die nächste Neuerung klopft schon an die Tür. Beim Digitaldruckverfahren kann auf Druckvorlagen komplett verzichtet werden. Mittels dieser Technik ist es nun möglich, das „Book on demand“ zu realisieren. Die Möglichkeit für jeden, ohne Einsatz größerer Geldmittel sein eigenes Buch herzustellen.