UV-Farben im Druck sind bunt und vielfältig

Was ist UV-Farbe?

UV-Farben trocknen und härten durch die Behandlung mit UV-Licht. Bei Drucktechniken mit UV-Härtung sorgen UV-Lampen dafür, dass die Farbstoffe trocknen. Das Prinzip funktioniert nur bei speziellen Farben, Tinten und Lacken. Diese mit UV-Licht härtbaren Farben nennen sich UV-Farben. Sie zählen zu den nachhärtenden Systemen beim Druck. Je nach Verfahren entwickelt die UV-Farbe ihre Eigenschaften erst nach der vollständigen Härtung. Die Härtung ist ein chemischer Prozess, die Polymerisation. Bei der Polymerisation vernetzen sich einzelne Teilchen, wenn UV-Strahlen auf sie einwirken. Praktisch bedeutet dies, dass UV-Farbe zunächst flüssig ist und erst durch UV-Strahlung aushärtet. Diese kommt von Quecksilber- oder LED-Lampen. Am UV-Drucker verfeinern einstellbare Details wie Tropfengröße die Wirkkraft der UV-Farben.

Zusammensetzung

Wie unterscheiden sich UV-Druckfarben von anderen Druckfarben? UV-Farben bestehen aus Bindemitteln, Fotoinitiatoren, Farbmittel, Verdünnungsmittel und Hilfsmittel. Den Hauptbestandteil bilden Bindemittel, die meist synthetischen Ursprungs sind. Sie umhüllen die Farbpigmente.

Die Farbe setzt sich aus gelben, blauen, roten und schwarzen Pigmenten zusammen. Je nach angebotenem Farbspektrum enthalten UV-Farben Messing- und Aluminiumpigmente, um die Farben Silber und Gold darzustellen. Für Weiß enthält UV-Farbe Titanoxid.

Der für ihre UV-härtende Funktion entscheidende Inhaltsstoff sind die Fotoinitiatoren. Sie bewirken, dass die Farbe auf UV-Licht mit der Härtung reagiert.

Regenbogenfarben aus UV-FarbeDie Verdünnungsmittel prägen die Konsistenz der UV-Farbe. Hilfsstoffe und Zusatzstoffe sind verschiedene Bestandteile, die die technischen Eigenschaften beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise Mittel, die die Farbe nach der Aushärtung matt oder glänzend erscheinen lassen.

Hinsichtlich der Zusammensetzung sind die UV-Farben abhängig von den Einsatzgebieten. Zu berücksichtigen sind beispielsweise Richtlinien und Standards in Bezug auf die jeweilige Verpackung. Grundsätzlich ist UV-Farbe nicht giftig. Allerdings enthält sie in nicht gehärtetem Zustand Stoffe wie Acrylat und Methacrylat, die zu Hautreizungen oder Allergien führen. Dementsprechend gelten Schutzmaßnahmen bei der Anwendung. Diese umfassen das Vermeiden von Hautkontakt mit der Farbe und das Nutzen von Schutzbrille und Handschuhen. Zur Arbeit mit dem Druckverfahren gehören die Ausstattung der Maschinen mit einer Nebelsauganlage und das Vorhandensein einer Erste-Hilfe-Einrichtung mit Augendusche.

Vorteile und Nachteile

Der Vorteil der UV-Farbe liegt in ihrer schnellen Trocknung. Im Vergleich zu Druckfarben, die auf Lösemittel oder Wasser basieren, härten sie aus und die Produkte sind schneller verfügbar. Zugleich ist die Trocknung nur mit einem UV-Trocknungssystem möglich. Das bedeutet, für einen UV-Druck hat entweder eine entsprechende Druckmaschine bereitzustehen oder die vorhandene ist umzurüsten. Die schnelle Härtung spart Zeit bei der Weiterverarbeitung. Zudem sind UV-Farben bei verschiedensten Materialien und Druckverfahren einsetzbar. Das umfasst alle klassischen Druckmethoden wie Digitaldruck, Offsetdruck oder Flexodruck. Weitere Einsatzbereiche sind im Siebdruck, Tampondruck oder Buchdruck. Durch diese Bandbreite an Druckverfahren sind UV-Farben für nahezu alle Materialien denkbar. Von Etiketten und Papier bis hin zu Kunststoffen, Fliesen, Glas oder Holz lässt sich mit dem passenden Druckverfahren UV-Farbe nutzen.

Vorsicht und Aufmerksamkeit gilt im Umgang mit verschütteter UV-Farbe oder deren nicht genutzten Resten. Sie kommen in den Sondermüll. Beim Deinking zeigt sich, dass UV-Farben zu den neueren Entwicklungen gehören und das Recycling noch Schwächen hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit hat.

UV-Druck zum Härten der bunten Farben

Drucktechniken mit UV-Härtung: vielseitig und zeitsparend

Drucktechniken mit UV-Härtung umfassen verschiedene Verfahren. Sie haben gemeinsam, dass Druckfarben zum Einsatz kommen, die durch UV-Licht härten und trocknen. Die spezielle Tinte dringt nicht in das Material ein, sondern trocknet auf der Oberfläche. Anwendung findet diese Art der schnellen Trocknung bei unterschiedlichen Verfahren wie dem Offsetdruck, dem Flexodruck oder dem Digitaldruck. Die Geschichte des maschinellen UV-Drucks ist jung und beginnt im 21. Jahrhundert. Die ersten UV-Drucker arbeiteten mit Quecksilberlampen. Diese sind heute noch vorrangig im Einsatz, aber der Fokus verschiebt sich auf LED-Lampen. Die Technologie, ihr Equipment und ihre Einsatzgebiete erweitern sich von Jahr zu Jahr.

Trocknung durch UV-Licht

Beim UV-Druck kommen speziell bearbeitete Farben und Lacke zum Einsatz, die durch ultraviolettes Licht trocknen. Die Technik ist an die UV-Anlage des Druckers geknüpft. Diese besteht aus den UV-Lampen, Reflektoren und Vorschaltgeräte für die Lampen. Die UV-Lampen bestehen aus Quecksilber und Quarz oder Leuchtdioden. LED haben den Vorteil, dass sie energiesparender, schneller einsatzbereit, farbstärker, umweltverträglicher und haltbarer sind als Quecksilberlampen. Allerdings sind sie in der Anschaffung teurer und momentan in der Farbpalette noch nicht so breit aufgestellt.

Jährlich gibt es neue Entwicklungen hinsichtlich der Effizienz der Drucker mit UV-Härtung. Dadurch verbessern sich Ansprüche an den Arbeitsschutz, den Platz für die Druckmaschinen oder Kühlsysteme. Zu den Innovationen gehören beim UV-Druck beispielsweise die Elektronenstrahl-Härtung oder hybride Tinten.

Abhängig vom verwendeten Material behalten die bedruckten Produkte im Außenbereich ohne weitere Behandlung ihre Farbqualität zwei bis drei Jahre.

Bei der Anwendung ist zu beachten, dass einwandfreie Ergebnisse davon abhängen, dass Druckverfahren und Materialien exakt aufeinander abgestimmt sind.

Vorteile und Einsatzgebiete

Die Vorteile des UV-Drucks liegen in der schnellen Trocknung der zu bedruckenden Materialien. Das verringert die Produktionszeit und ermöglicht eine zeitsparende Weiterverarbeitung. Da UV-Tinten nicht auf saugende Materialien angewiesen sind, ist der UV-Druck auf unterschiedlichsten Oberflächen anwendbar. Die Vielfalt an zu bedruckenden Material macht das Verfahren vor allem für die Verpackungsindustrie und im Marketingbereich attraktiv. Ein weiterer Pluspunkt ist die farbliche Präzision.

In der Anschaffung teurer sind UV-Drucker durch ihre Effizienz auch bei geringen Stückzahlen kostensparend. Da die Farbe auf dem Material härtet, ist eine weitere Behandlung wie Laminierungen nicht notwendig. Das verringert die Verarbeitungskosten. Von anderen Druck-Erzeugnissen unterscheiden sich die mit UV-Druck bearbeiteten Produkte durch eine leicht satinierte Oberfläche. Nach Bedarf ist es möglich, durchgeführte Drucke je nach Material, mit Lacken zu verfeinern oder zu fixieren. Das schützt spezielle Produkte vor mechanischen Beanspruchungen.

Da sich die Technik bei verschiedenen Druckverfahren anwenden lässt, sind die Einsatzgebiete entsprechend breit. Sie kommt bei Verpackungen in Form von Blechdruck, Etikettendruck, Digitaldruck oder Flexodruck zum Einsatz. Mit dem UV-Blechdruck lassen sich schnell und energiesparend Dosen, Flaschendeckel und andere in großer Stückzahl produzierte Verpackungen aus Metall bedrucken. Die Bandbreite des UV-Digitaldrucks umfasst diverse Materialien von Papier und Pappe bis hin zu Holz, Glas, Keramik und Kunststoffen. Folien, Papier, PVC und andere Kunststoffe lassen sich beim UV-Offsetdruck ressourcenschonender herstellen.

Die richtige Kombination: Farben im Druck

Die richtige Farbwahl im Druck ermöglicht großartige und aussagekräftige Ergebnisse. Die falsche Farbwahl im Druck erzeugt allerdings Kombinationen, die sehr schnell anstrengend und unschön wirken. Damit die Kombination von Farben nicht nur harmoniert, sondern auch die Aussage des Druckwerks passend unterstützt, sind vor der Farbwahl also ein paar Überlegungen notwendig.

Warum Farben zueinander passen

Die Frage, wie Farben wirken und welche Farbkombinationen auf Menschen einen Eindruck hinterlassen, beschäftigt Künstler und Wissenschaftler schon einige hundert Jahre. Im Lauf der Zeit entstanden hierzu einige Theorien mit zugehörigen Farbkreisen, Tabellen und Aussagen, was denn nun eine Farbe genau für eine Wirkung habe. All diesen Anstrengungen liegt ein gemeinsames Ziel zugrunde: Das menschliche Empfinden für Schönheit, Harmonie und Ästhetik zu verstehen.

Einer der bekanntesten Farbkreise ist der Farbkreis nach Johannes Itten. Seine Farbenlehre aus dem Jahr 1961 gilt zwar als sehr schematisch, kann aber aufgrund ihrer Einfachheit auch von Laien gut angewendet werden. Die Farben sind hier als Spektrum kreisförmig angeordnet, ausgehend von den Grundfarben Blau, Rot und Gelb im Zentrum des Kreises. Durch die Wahl von schematischen Farbkombinationen sollen bestimmte Wirkungen erzeugt werden.

Analog, komplementär, Dreiklang, Vierklang  –  die wichtigsten Farbkombinationen

Stehen sich zwei Farben im Farbkreis gegenüber, bezeichnet man sie als komplementär zueinander. Durch den starken Kontrast der Farben wird eine äußerst dynamische Wirkung beim Betrachter erzeugt. Die Gefahr dieses starken Kontrastes besteht jedoch darin, dass durch eine zu starke Nutzung ein sehr unruhiges Gesamtbild entsteht, das dann eher abstoßend oder anstrengend wirken kann.

Teilkomplementäre Farbkombinationen orientieren sich an einer Farbe und den Nachbarn ihrer Komplementärfarbe. Auch hier wird eine starke Dynamik vermittelt – dem Gesamtbild wird durch den geringeren Kontrast aber etwas von seiner inneren Spannung genommen.

Als sehr harmonisch wird der Farbdreiklang empfunden. Hier werden drei Farben gewählt, die auf dem Farbkreis gleich weit voneinander entfernt liegen. Da immer noch deutliche Kontraste zwischen den Farben herrschen, ist auch hier das Ergebnis von hoher Eigendynamik. Allerdings wird dabei auch bei großzügigerer Verwendung von Farbflächen deutlich weniger Unruhe erzeugt.

Beim Farbvierklang kommen zwei Farben und ihre Komplementärfarben zum Einsatz. Um hier das Aug nicht zu überfordern, sollte nur eine der Farben dominant eingesetzt werden. Die anderen drei Farben dienen nur zur Unterstützung.

Bei der Wahl eines analogen Farbschemas werden nur zwei Farben verwendet, die auf dem Farbkreis benachbart sind. Damit entsteht ein sehr ruhiges, harmonisches Farbbild. Auch hier ist es sinnvoll, eine der Farben verstärkt einzusetzen und die zweite Farbe eher als Akzent zu verwenden.

Welche Farbe hat welche Wirkung?

Mit Farben werden immer auch Eigenschaften assoziiert. Allerdings schwanken diese Assoziationen, hier hängt viel am Erfahrungsschatz und am kulturellen Hintergrund des Betrachters. So ist im europäischen Raum Weiß in der Regel eine Farbe, die mit Reinheit, Unschuld und Unschuld in Verbindung gebracht wird. In einigen anderen Kulturkreisen ist sie das ultimative Symbol für Trauer und Tod. Hellere Farben stehen grundsätzlich für etwas Lebhaftes, dunklere und gedeckte Farbtöne mildern dies deutlich ab. Einige Assoziationen, wie beispielsweise Rot als Farbe der Liebe, sind jedoch recht allgemeingültig.

Unterschiedliche Farbmodelle

Etwas verwirrend für Laien sind oft die unterschiedlichen Farbmodelle, die im Druck zum Einsatz kommen. Computerbildschirme arbeiten mit einem Farbmodell namens RGB. Hierbei werden die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau miteinander vermischt, um weitere Farbschattierungen zu erzeugen. Ist keine der drei Farben vorhanden, ist Schwarz das Ergebnis. Sind alle drei Farben maximal vorhanden, ist das Ergebnis weiß.

Im Druck ist das vorherrschende Farbmodell CMYK. Hierbei werden die Farben Cyan, Magenta und Gelb zusammen mit der Kontrastfarbe Schwarz verwendet, um Farben darzustellen. Da die Farbmodelle RGB und CMYK auf unterschiedliche Weisen Farben beschreiben und auch nicht den exakt selben Farbraum abdecken, kann es bei der Umwandlung im Druck zu Abweichungen kommen.

Umweltfreundlicher Druck

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und wird auch in der Druckbranche immer wichtiger. Umweltfreundliche Produkte lassen sich gut vermarkten und in vielen Bereichen drucktechnisch umsetzen. Einfache Dinge, wie die richtige Ausnutzung der Druckbögen oder die Verbesserung der Work Flows, sind für Druckereien auch ohne größere Investitionen schnell verändert. Die eingesetzten Materialien für umweltfreundlichen Druck, wie zum Beispiel FSC-zertifiziertes Papier oder mineralölfreie Druckerfarben, sind natürlich auch eine Frage der Finanzen.

 

Wer allerdings langfristig erfolgreich arbeiten will, der sollte auf Nachhaltigkeit achten und dies auch kommunizieren. Das gilt sowohl im B2B-Bereich, denn die Geschäftskunden können dieses Qualitätsmerkmal an ihre Endkunden als auch als Endverbraucher weitergeben.

Zertifizierungen helfen bei der Auswahl umweltfreundlicher Druckprodukte

Umweltfreundlich drucken können viele. Aber wo die Druckereien ihre Schwerpunkte beim Thema Umweltfreundlichkeit setzen und wie sie diese einhalten, lässt sich öffentlich an Zertifikaten erkennen. Um wirklich objektiv vergleichen zu können und umweltfreundliche Produkte gut und leicht zu finden, gibt es verschiedene Zertifizierungen.

Über FSC-Label kann erkannt werden, ob das Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt und klimaneutral gedruckt wird, indem für die entstehenden Treibhausgasemissionen in anerkannte Klimaschutzprojekte investiert wird. Der Kunde kann dies am CO2-Footprint des Produktes erkennen. Zusätzlich zu den Zertifizierungen kann man sich von der Druckerei der Wahl auch die genutzten Maschinensysteme nennen lassen. Denn das hilft zu erkennen, wie nachhaltig und umweltfreundlich gedruckt wird.

Xerox Systeme und EA-Toner

Das Xerox System für Digitaldruck optimiert sowohl die Abläufe in der Druckerei für einen umweltfreundlichen Arbeitsalltag und somit nachhaltige Produkte als auch die verwendeten Techniken und Materialien. Die verwendeten EA-Toner dürfen laut TÜV Rheinland sogar mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Das macht besonders Sinn für Banderolen oder Lebensmittelverpackungen. Ist aber gleichzeitig ein Qualitätsmerkmal, dass aufzeigt, wie wenig schädlich die genutzten Inhaltsstoffe sind.

Druckereien mit Xerox System arbeiten nicht nur mit ungiftigen Stoffen, die ungiftigen Müll produzieren, sondern haben durch die Workflow-Optimierung auch wenig Verschnitt, durch optimierte Maschinen wenig Energieverschwendung und die Möglichkeit mit Zulieferern zusammen zu arbeiten, die ebenso Verantwortung für die Umwelt übernehmen wie die eigene Druckerei.

Mineralölfreie Druckerfarben

Im Bogenoffset werden seit langem Farben aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet. Der Knackpunkt ist lediglich das Bindemittel, aber da sind längst Alternativen vorhanden. Auch der Offsetdruck nutzt üblicherweise Farben auf Fett-/Ölbasis. Durch die unterschiedlichen Trocknungsverfahren und unterschiedliche Siedebereiche von Mineralöl enthaltenden und nachwachsenden Ölen, ist es im Offsetdruck allerdings nur mit großen Bemühungen möglich, mineralölfreie Druckerfarben zu verwenden. Beim Zeitungsdruck, dort wird ein Teil der Feuchtigkeit durchs Papier aufgenommen, hat sich Sojaöl als mineralölfreie Basis für Druckfarben bewährt.

Siebdruck – Druckverfahren mit hoher Farbschichtdicke

Die Technik des Siebdruckverfahrens

Bei der Technik des Siebdrucks gelangt die Druckfarbe durch ein feinmaschiges Gewebe oder Sieb mithilfe eines Gummirakels oder Gummikratzers auf das Material wie Papier oder textiles Gewebe. Man verwendet an den Stellen, an welchen auf das Papier keine Farbe gelangen soll, entsprechende Schablonen zum Abdecken. Mit dem Siebdruck erreicht man mitunter durch die Beschichtung eine höhere Farbschichtdicke. Neben Druckverfahren, wie Hochdruck, Tiefdruck und Offsetdruck, wird der Siebdruck auch als Durchdruck, als 4. Druckverfahren, bezeichnet.

Über einen vorgefertigten Rahmen wird ein Gewebe gespannt, worauf eine Schablone aufgebracht wird. Diese Druckform wird über dem zu bedruckenden Material befestigt.

Nach dem Aufbringen der Druckfarbe auf die Schablone wird mittels Gummirakel der Farbstoff durch das Gewebe der Schablone gestrichen. Dabei gelangt die durchgedrückte Farbe auf das darunterliegende zu bedruckende Stoffteil oder das Papier. Anschließend wird das bedruckte Material getrocknet. Beim Siebdruck werden Gewebe mit unterschiedlichen Feinheiten verwendet. Dadurch kann der Farbauftrag je nach Gewebefeinheit variieren. Bei Geweben mit hoher Feinheit können besondere feine Details gedruckt werden.

Folgende Gewebearten werden heute als Siebgewebe eingesetzt:

  • Polyestergewebe

Diese Gewebe besitzen eine hohe Verzugsfreiheit und können stark bespannt werden. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf.

  • Nylongewebe

Sie sind dehnbarer und elastischer und beständig gegenüber bestimmten Druckfarben.

  • Stahlgewebe

Stahlgewebe sind hoch spannbar. Diese Gewebe besitzen dünne Gewebedrähte und besitzen eine größere Maschenöffnung. Nachteilig sind der Preis und die Knickempfindlichkeit.

  • Screeny

Hierbei handelt es sich um ein vernickeltes, rostfreies, gewobenes Stahlgewebe, dass vorwiegend im Etikettendruck verwendet wird.

  • Rotamesh

Rotamesh ist eine Platte mit feinen wabenartigen Öffnungen.

  • Seidengewebe

Seidengewebe wurde bis 1950 eingesetzt und dann durch Polyamid- und Polyestergewebe abgelöst.

Bei den Siebgeweben kommt es außerdem auf die Fadenstruktur an, die monofil oder multifil sein können. Multifile Gewebe werden wegen der schlechteren Druckpräzision nicht mehr eingesetzt. Die Wahl der Gewebefeinheit hängt von der Beschaffenheit des Bedruckstoffes, der Feinheit des Druckmotivs, dem gewünschten Farbauftrag und der Größe der Farbpigmente ab. Meistens werden von den Gewebeherstellern Feinheiten von 5 bis 200 Fäden pro Zentimeter angeboten. Dabei können folgende ungefähre Maße beachtet werden:

  • bis zu 30 Fäden: für Glitter, Reliefdruck etc.
  • 30 – 60 Fäden: für Textildrucke
  • 77 – 90 Fäden: für Papiere, Kunststoffe mit glatter Oberfläche
  • 120 – 140 Fäden: für feine Linien und Raser auf glatter Oberfläche
  • 150 – 180 Fäden: für feinste Linien und Raser

Entscheidend sind auch die verschiedenen Fadendicken innerhalb einer bestimmten Feinheit. Zum Beispiel gelten bei 120 Fäden pro Zentimeter noch die Feinunterschiede der Fadendicken:

  • 120 S mit dünnen Fäden, großer Maschenöffnung, geringe Gewebedicke
  • 120 T mit mitteldicken Fäden
  • 120 HD mit dicken Fäden, kleiner Maschenöffnung, höhere Gewebedicke

Gewebe mit dünnen Fäden werden für den Druck von feinen Linien und Rastern verwendet. Gewebe mit mitteldicken Fäden sind größtenteils dem grafischen Siebdruck vorbehalten.

Gewebe mit dicken Fäden sind reiß- und scheuerfest und werden wegen der kleinen Maschenöffnung für einen reduzierten Farbauftrag eingesetzt. Wegen des Lichteinfalls ist die Farbe des zu wählenden Gewebes für den Siebdruck ebenfalls von Bedeutung.

Der Siebdruckrahmen selbst besteht aus Aluminium, Stahl oder Holz. Die Siebrahmenprofile sind unterschiedlich konstruiert und müssen eine hohe Spannung gewährleisten können.

Siebdruckschablonen werden heute auf fotografischem Weg hergestellt. Bei der manuellen Schablonenherstellung werden dabei folgende Techniken unterschieden:

  • Abdeckschablone
  • Auswaschschablone
  • Papierschablone
  • Schneideschablone
  • Reduktionsschablone

Bei der fotomechanischen Schablonenherstellung unterscheidet man:

  • die Direktschablone
  • die Indirektschablone

Als Beschichtungsmethoden werden beim Siebdruckverfahren die manuelle Beschichtung und die Maschinenbeschichtung unterschieden, wobei bei Letzteren Beschichtungsmaschinen die Kopierschicht von beiden Seiten auf das Gewebe auftragen.

Alle Parameter, wie Beschichtungsgeschwindigkeit, die Anzahl der Beschichtungsfolgen oder der Anpressdruck der Beschichtungsrinne, sind dabei einstellbar. Der Druckvorgang selbst erfolgt entweder mit Druckrakel oder mit Druckmaschinen, die halb automatisch, dreiviertelautomatisch oder vollautomatisch arbeiten. Wie bei anderen Verfahren auch, so ist es beim Siebdruck auch möglich, Rasterbilder zu drucken. Diesen Vorgang nennt man dann Rastersiebdruck.

Anwendungsgebiete und Arten des Siebdrucks

Der Siebdruck wird häufig im Bereich der Werbung, der Beschriftung, des Textil- und Keramikdrucks oder für industrielle Anwendungen eingesetzt.

Es gibt drei Arten des Siebdrucks, den

  • technischen Siebdruck,
  • grafischen Siebdruck oder
  • Textilsiebdruck.

Der grafische Siebdruck wird vor allem beim Bedrucken von Plakaten, Klebern, Displays, Verkehrs- und Hinweisschildern, Werbegeschenken, Werbeplanen, Kunstdrucken, Druckveredelungen mit Glanzlackierungen, Dekoren auf CDs oder DVDs, Rubbelfarben, Lotterielosen u. a. angewendet.
Der industrielle technische Siebdruck findet Anwendung bei der Herstellung von Leiterplatten, elektronischen Schaltkreisen, Solarzellen, Herdvorsatzgläsern, Tastaturfolien, Heckscheibenheizungen, Armaturenbrettern oder durch Niedervoltspannung beleuchteten Beschichtungen.

Beim Textildruck ist der Siebdruck bekannt für die Gestaltung von T-Shirts, Sporttaschen, Bettwäschen, Gardinenstoffen, Teppichen, Bekleidungstextilien, Fahnen und vielem anderen.

Der industrielle Siebdruck gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Vorteile des Siebdruckes sind die hohe Farbschichtdicke, die Beständigkeit der Druckfarben und die hohe Verfahrensflexibilität Sie sind oft ausschlaggebend für die Wahl des geeigneten Druckverfahrens.

Bei den Leiterplatten werden die elektronischen Teile nicht mehr in Löchern befestigt, sondern mit Siebdruck aufgedruckte Lötpunkte eingeschmolzen. Auch die Herstellung von Tastaturfolien als Eingabetastatur bei Getränkeautomaten, Kaffeemaschinen u. a. erfolgt mit Siebdruck, indem auf die Rückseite ein grafisches Abbild der Tastatur aufgedruckt wird. Dahinter befinden sich dann Leiterbahnen und Kontaktpunkte, die auch mit Siebdruck aufgesetzt sind, sodass bei Fingerprint die jeweiligen elektrischen Kontakte und Funktionen ausgelöst werden.