Die richtige Kombination: Farben im Druck

Die richtige Farbwahl im Druck ermöglicht großartige und aussagekräftige Ergebnisse. Die falsche Farbwahl im Druck erzeugt allerdings Kombinationen, die sehr schnell anstrengend und unschön wirken. Damit die Kombination von Farben nicht nur harmoniert, sondern auch die Aussage des Druckwerks passend unterstützt, sind vor der Farbwahl also ein paar Überlegungen notwendig.

Warum Farben zueinander passen

Die Frage, wie Farben wirken und welche Farbkombinationen auf Menschen einen Eindruck hinterlassen, beschäftigt Künstler und Wissenschaftler schon einige hundert Jahre. Im Lauf der Zeit entstanden hierzu einige Theorien mit zugehörigen Farbkreisen, Tabellen und Aussagen, was denn nun eine Farbe genau für eine Wirkung habe. All diesen Anstrengungen liegt ein gemeinsames Ziel zugrunde: Das menschliche Empfinden für Schönheit, Harmonie und Ästhetik zu verstehen.

Einer der bekanntesten Farbkreise ist der Farbkreis nach Johannes Itten. Seine Farbenlehre aus dem Jahr 1961 gilt zwar als sehr schematisch, kann aber aufgrund ihrer Einfachheit auch von Laien gut angewendet werden. Die Farben sind hier als Spektrum kreisförmig angeordnet, ausgehend von den Grundfarben Blau, Rot und Gelb im Zentrum des Kreises. Durch die Wahl von schematischen Farbkombinationen sollen bestimmte Wirkungen erzeugt werden.

Analog, komplementär, Dreiklang, Vierklang  –  die wichtigsten Farbkombinationen

Stehen sich zwei Farben im Farbkreis gegenüber, bezeichnet man sie als komplementär zueinander. Durch den starken Kontrast der Farben wird eine äußerst dynamische Wirkung beim Betrachter erzeugt. Die Gefahr dieses starken Kontrastes besteht jedoch darin, dass durch eine zu starke Nutzung ein sehr unruhiges Gesamtbild entsteht, das dann eher abstoßend oder anstrengend wirken kann.

Teilkomplementäre Farbkombinationen orientieren sich an einer Farbe und den Nachbarn ihrer Komplementärfarbe. Auch hier wird eine starke Dynamik vermittelt – dem Gesamtbild wird durch den geringeren Kontrast aber etwas von seiner inneren Spannung genommen.

Als sehr harmonisch wird der Farbdreiklang empfunden. Hier werden drei Farben gewählt, die auf dem Farbkreis gleich weit voneinander entfernt liegen. Da immer noch deutliche Kontraste zwischen den Farben herrschen, ist auch hier das Ergebnis von hoher Eigendynamik. Allerdings wird dabei auch bei großzügigerer Verwendung von Farbflächen deutlich weniger Unruhe erzeugt.

Beim Farbvierklang kommen zwei Farben und ihre Komplementärfarben zum Einsatz. Um hier das Aug nicht zu überfordern, sollte nur eine der Farben dominant eingesetzt werden. Die anderen drei Farben dienen nur zur Unterstützung.

Bei der Wahl eines analogen Farbschemas werden nur zwei Farben verwendet, die auf dem Farbkreis benachbart sind. Damit entsteht ein sehr ruhiges, harmonisches Farbbild. Auch hier ist es sinnvoll, eine der Farben verstärkt einzusetzen und die zweite Farbe eher als Akzent zu verwenden.

Welche Farbe hat welche Wirkung?

Mit Farben werden immer auch Eigenschaften assoziiert. Allerdings schwanken diese Assoziationen, hier hängt viel am Erfahrungsschatz und am kulturellen Hintergrund des Betrachters. So ist im europäischen Raum Weiß in der Regel eine Farbe, die mit Reinheit, Unschuld und Unschuld in Verbindung gebracht wird. In einigen anderen Kulturkreisen ist sie das ultimative Symbol für Trauer und Tod. Hellere Farben stehen grundsätzlich für etwas Lebhaftes, dunklere und gedeckte Farbtöne mildern dies deutlich ab. Einige Assoziationen, wie beispielsweise Rot als Farbe der Liebe, sind jedoch recht allgemeingültig.

Unterschiedliche Farbmodelle

Etwas verwirrend für Laien sind oft die unterschiedlichen Farbmodelle, die im Druck zum Einsatz kommen. Computerbildschirme arbeiten mit einem Farbmodell namens RGB. Hierbei werden die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau miteinander vermischt, um weitere Farbschattierungen zu erzeugen. Ist keine der drei Farben vorhanden, ist Schwarz das Ergebnis. Sind alle drei Farben maximal vorhanden, ist das Ergebnis weiß.

Im Druck ist das vorherrschende Farbmodell CMYK. Hierbei werden die Farben Cyan, Magenta und Gelb zusammen mit der Kontrastfarbe Schwarz verwendet, um Farben darzustellen. Da die Farbmodelle RGB und CMYK auf unterschiedliche Weisen Farben beschreiben und auch nicht den exakt selben Farbraum abdecken, kann es bei der Umwandlung im Druck zu Abweichungen kommen.

Das Papier mit dem besonderen Effekt

Wer kennt ihn nicht, den Reiz der Transparentpapiere. Mit ihnen lassen sich in der Gestaltung die interessantesten Dinge anstellen. Nicht umsonst werden Transparentpapiere immer dann eingesetzt, wenn Visitenkarten, Einladungen, Geschäftsberichte, Glückwunsch- oder Speisekarten besonders edel und aufwendig erscheinen sollen. Deshalb wird das Transparentpapier oftmals auch, als „Papier mit Effekt“ bezeichnet. Dabei können Transparentpapiere zunächst in vielfältigster Form bearbeitet werden. Sie lassen sich stanzen, falzen, schneiden und sogar bohren. Bei besonders großem Gestaltungswillen sind auch Heißfolienprägungen und Filigranstanzungen möglich. Dabei versteht sich von selbst, dass sich auf Transparentpapier Illustrationen, Fotos, Schriften und andere Formen von Bildern auftragen lassen. Ganz klassisch, mit Farb- und Filzstiften, Tuschefüller und Pinseln, oder mittels Kopierern oder Laser- und Inkjetdruckern.

Besondere Materialeigenschaften, im Druck besonders effektvoll

Besonders interessant ist der Einsatz von Transparentpapier im Druck. Denn gerade hier lassen sich die besonderen Materialeigenschaften des Transparentpapiers nutzen. Mit Transparentpapieren kann man eben auffallen. Leicht hat man, mittels der schmeichlerischen Transparenz und besonderen Härte des Materials einen effektvollen Auftritt hingelegt. Mit einem Blick ins Internet lässt sich jedoch leicht feststellen, wie wenig über die „Bedruckbarkeit“ von Transparentpapier bekannt ist. Dabei ist es zunächst wichtig zu wissen, was die Beschaffenheit des Transparentpapiers ausmacht und worin es sich von normalem Papier unterscheidet. Grundmaterial sind dabei besonders ausgewählte Zellstoffe, deren Fasern im Herstellungsprozess anders verändert werden, als bei normalem Papier. Sie werden weniger beschnitten und gekürzt, sondern vielmehr gequetscht. Dadurch entsteht eine deutlich größere Faseroberfläche. Der Weißgrad nimmt im gleichen Maße ab, wie die Lichtdurchlässigkeit zunimmt. Allerdings schließen sich, durch diese Art Faserquetschung auch die Poren und Zwischenräume, die bei normalem Papier offen sind. Die Saugfähigkeit nimmt also ebenfalls deutlich ab, was bezüglich des Bedruckens von Transparentpapier eine besondere Herausforderung darstellt. Die aufgetragenen Farbpigmente benötigen einfach deutlich mehr Zeit oder Druckintensität, um in die Struktur des transparenten Papiers einzudringen.

Bei Druck auf Transparentpapier wichtig: richtige Farbe, richtige Feuchtigkeit, richtiges Klima

Der Bedrucker von Transparentpapier sollte deshalb, vor allem auf die richtige Druckfarbe, den Einsatz der richtigen Feuchtmittel und das richtige Klima in den Verarbeitungsräumen achten. Bezüglich der Druckfarbe ist es ratsam auf Folienfarben zu setzen. Diese Farben beinhalten keine Mineralöle und trocknen deshalb allein durch Luftsauerstoff. Diese, rein oxidativ trocknenden Farben erreichen eine perfekte Verbindung mit der komplizierten Oberfläche des Transparentpapiers. Insgesamt sollte allerdings auch auf einen ausreichenden Farbverbrauch geachtet werden. Der Feuchtigkeitsgrad der aufzutragenden Farben spielt dagegen vor allem im Offsetdruck eine große Rolle. Dabei gilt: der Umgang mit Feuchtwasserzusatzmitteln sollte sparsam, aber nicht zu sparsam sein. Wird zu wenig Wasser, mit dem falschen pH-Wert eingesetzt, können die Farbpigmente nicht in die Fasern eindringen. Bei Einsatz von zu viel Wasser kann das Papier beschädigt und in seiner Beschaffenheit irreversibel verändert werden. Dieselbe Vorsicht ist auch hinsichtlich der klimatischen Verhältnisse im Verarbeitungsraum notwendig. Die besondere Materialbeschaffenheit des Transparentpapiers beinhaltet auch eine spezielle Sensibilität gegenüber klimatischen Schwankungen. 50 bis 55 % relative Feuchte wird von den meisten Experten empfohlen. Ist es nicht möglich diese Konditionen zu gewährleisten, sollte das Material, nach Abschluss des Druckverfahrens in eine klimaschützende Umhüllung gegeben werden, um nachteilige Veränderungen des Transparentpapiers, wie mögliche Wellung oder Verspannung auszuschließen.

Besonders materialschonend: der wasserlose Offsetdruck

All diese Probleme lassen sich allerdings auch umgehen. Und zwar, mit dem Einsatz des so genannten wasserlosen Offsetdrucks. Dieser wird heute bereits in den meisten Fertigungsstätten angeboten und ist für die entsprechende Bearbeitung von Transparentpapier und anderer saugarmer Materialien besonders geeignet. Durch Verzicht auf Feuchtwasser wird die Trocknung mittels Luftsauerstoff unterstützt. Eine Verzögerung oder Verhinderung der Trocknung, durch den Einsatz von zu viel Wasser ist damit von vornherein ausgeschlossen. Bei Druckmotiven, ohne größeren Farbeinsatz ist diese Druckmethode besonders effektiv, weil materialschonend. Eine weitere Möglichkeit, wie aufgetragene Farben auf Transparentpapier trocknen, ist der Einsatz von UV-Licht. Allerdings sollte hier mit äußerster Vorsicht agiert werden, da die Einwirkung von Hitze besonders gefährlich für das Transparentpapier ist. Nicht so häufig, aber dann fatal genug ist die Entstehung von Ölabscheidungen, so genannten Fettflecken. Diese können den Druck vor allem dann beschädigen, wenn beide Seiten desselben Transparentpapiers bedruckt werden. In diesem Falle verhindert die Farbe der jeweils anderen Seite die Durchdringung der Fasern und schlägt somit auf die bearbeitete Seite zurück. Sollte das Transparentpapier also von beiden Seiten bedruckt werden, muss an den Stellen, an denen die wechselseitigen Farbschichten aufeinandertreffen mit besonderem Augenmerk begegnet werden.

Die richtige Schrift zur richtigen Aussage

Die Auswahl von passenden Schriftarten für einen Text ist sehr wichtig. Denn durch eine Schrift wird ein Text im Idealfall in seiner Aussage unterstützt. Werden unpassende Schriftarten gewählt, entsteht im schlimmsten Fall ein starker Widerspruch zwischen Inhalt und Erscheinungsbild des Texts – oder er wird unleserlich.

Für die unterschiedlichen Möglichkeiten, die richtige Schriftart für den Druck eines Dokuments zu wählen, gibt es zahlreiche Beispiele. Verkehrsschilder haben zum Beispiel meist eine sehr kurze Aussage, die in einem sehr geringen Zeitraum erfasst werden soll. Also sind die Texte sehr groß geschrieben, die verwendete Norm-Schrift kommt vollständig ohne Schnörkel aus. Müssten wir aber einen langen Text in einer solchen Schriftart lesen, würde dies recht schnell zu einem Ermüdungseffekt führen, weil eine solche Schrift uns keine Stütze für das Auge bei der Linienführung bietet. Schlägt man ein Buch oder eine Zeitung auf, in denen es ja meist viele Seiten zu lesen gilt, finden sich Schriftarten mit ganz anderen Eigenschaften. Diese unterstützen durch ihre Optik den Lesefluss und sorgen so für eine entspannte Aufnahme auch großer Mengen an Informationen.

Weniger Auswahl ist besser

Auch wenn inzwischen auf jedem Computer Dutzende oder gar Hunderte von Schriftarten zur Verfügung stehen – weniger ist hier eindeutig mehr. Denn durch den Einsatz zahlreicher Schriftarten in einem Dokument wird das Auge des Lesers stark von dem abgelenkt, was eigentlich zählen sollte: der Inhalt. Zudem passen nicht alle Schriften optisch problemlos zueinander. Wenn also Bereiche eines Textes hervorgehoben werden sollen, bieten andere Möglichkeiten der sogenannten Schriftauszeichnung deutlich weniger Fallstricke. Wirklich viele Schriftarten sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn ein deutlicher und sehr nachdrücklicher grafischer Effekt durch das Schriftbild ausdrücklich erwünscht ist.

Auf die Größe kommt es an

Eine sehr einfache Möglichkeit, um mit nur einer einzigen Schriftart deutliche Hervorhebungen zu schaffen, ist die Schriftgröße. Selbstverständlich sollte jeder Text im Ergebnis gut und möglichst ohne Anstrengung zu lesen sein. Um aber Zwischenüberschriften oder Abschnitte noch etwas stärker hervorzuheben, bietet es sich an, diese etwas größer als den Fließtext zu setzen. Auch für Zitate bietet sich diese Möglichkeit als einfacher Ansatz an, um sie optisch deutlich vom restlichen Text abzuheben. Bei Drucksachen, die auf derselben Entfernung wie ein Buch oder eine Zeitschrift gelesen werden, sollte sich die Schriftgröße im Bereich zwischen 9 und 14 Punkten belaufen. Kleinere Schriften sind schwer lesbar, größere Schriften ab 16 Punkten sollten Überschriften vorbehalten bleiben.

Die Varianten einer Schriftart nutzen

Auch mit den Varianten einer Schriftart lässt sich sehr schnell etwas typografische Abwechslung in den Druck bringen. Sollen Dinge besonders deutlich hervorgehoben werden, bietet es sich an, einen wichtigen Teil fett zu drucken. Das Auge des Lesers wird automatisch zu einem so auffälligen Element hingezogen und vom Einerlei eines immer gleichförmigen Schriftbildes abgelenkt. Auch die kursive, also schräg gestellte, Schriftweise verleiht einer Aussage zusätzliche Bedeutung. Diese Art der Gestaltung bietet sich allerdings eher für den Druck als für das Lesen am Bildschirm an. Denn aufgrund ihrer Vergleichsweise geringen Auflösung sind kursiv gestellte Schriften auf einem Monitor deutlich mühsamer lesbar als im Druck.

Farbe als weitere Alternative

Wer den höheren technischen Aufwand nicht scheut, kann zur Gliederung und Hervorhebung eines Textteils auch in den Farbtopf greifen. Selbstverständlich ist auch hier eine gewisse Vorsicht geboten. Denn neben der Gefahr, das Gesamtbild des Texts zu unruhig werden zu lassen, besteht auch hier die Gefahr einer verminderten Lesbarkeit. Je heller eine Farbe ist, desto geringer ist ihr Kontrast zu einem neutralen Untergrund. Deswegen bieten sich bei der Hervorhebung durch Farbe vor allem kräftige Farben an, die gut lesbar bleiben.

Rechtliche Aspekte nicht übersehen

Zahlreiche Schriftarten sind das Werk von Künstlern oder Typografen. Diese unterliegen teilweise einem Urheberrechtsschutz. Deswegen sollte nicht einfach jede Schriftart, die im Internet zu finden ist, ungefragt genutzt werden. Im Zweifelsfall ist auf der sicheren Seite, wer nur die mit gekaufter Software gelieferten Schriftarten verwendet. Bei irgendwo aufgegabelten Schriftarten kann sonst Ärger durch die Verletzung des Urheberrechts drohen.

Corporate Design

Das Corporate Design meint das einheitliche Erscheinungsbild eines Unternehmens. Die Abkürzungen CD (Corporate Design) und CI (Corporate Identity) gehören zum täglichen Vokabular eines jeden Werbers und Marketingmitarbeiters. Wie umfangreich ein Corporate Design ist, kann jedes Unternehmen in Absprache mit den zuständigen Dienstleistern und Agenturen selbst festlegen. Für die Gestaltung dieser Design-Richtlinien sind verschieden große Zeitrahmen und Budgets möglich. Im Grunde ist das Design vom Logo über Firmenfarben bis hin zu den Positionen, an denen verschiedene Designelemente positioniert werden, ein Teil der …

Corporate Identity (CI)

Das Konzept einer CI beruht darauf, dass sich Unternehmen als soziale Systeme, ähnlich wie Personen in der Gesellschaft, bewegen. Dazu werden bestimmte Eigenschaften in der Gesamtheit des Unternehmens und dessen Auftritt festgelegt und gesamtheitlich umgesetzt, um einheitlich aufzutreten. Unternehmen unterscheiden sich nicht mehr nur durch ihre Produkte und ihr Erscheinungsbild, sondern auch durch Philosophien, Ziele und innerbetriebliche Regeln und Organisationsstrukturen. Die Gesamtheit dieser „Charaktereigenschaften“ in einem Unternehmen nennt sich Corporate Identity. Darin werden Verhaltensregeln (Corporate Behaviour) festgehalten, Kommunikationsrichtlinien für die interne und externe Kommunikation (Corporate Communication) niedergeschrieben und andere Vereinheitlichungen, wie die Sprachebene (Corporate Language), oder das Corporate Design getroffen.

Einheitliche Printprodukte schaffen einen Wiedererkennungswert

In einem Corporate Design Manual sind Farben, Logos, die Verwendung der Logos und Designelemente und auch Anzeigenbeispiele und Gestaltungsrichtlinien festgehalten. Die Verwendung dieses Manuals und die strikte Einhaltung der darin festgehaltenen Richtlinien von allen Lieferanten, Agenturen und Mitarbeitern garantieren, dass alle Werbematerialien, trotz verschiedener Hersteller, ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Dabei muss nicht alles „in Stein gemeißelt sein“. Es ist durchaus auch möglich, im Rahmen eines CD bewusst Freiräume zu lassen. Im besten Fall ist das zugrundeliegende Design mit einem so großen Wiedererkennungswert behaftet, dass sich auf den ersten Blick die Firmenzugehörigkeit der Werbemittel ermitteln lässt.

Ein Corporate Design hat Auswirkungen auf alle Produkte, die das Haus verlassen. Das können zum Beispiel sein:

  • Geschäftspapiere, Flyer, Broschüren
  • Verpackungen
  • Gestaltung der Firmenfahrzeuge
  • Plakat- und Anzeigenwerbung
  • Schaufenstergestaltung
  • Gestaltung der Geschäftsräume

Ein Corporate Design spart Geld

Das klingt im ersten Moment komisch, denn die Erstellung eines Corporate Designs ist nicht gerade günstig. Aber wer schon länger mit einem Design Manual arbeitet, der weiß auch, dass klare Anweisungen und Designvorschriften verhindern, dass doppelt gearbeitet wird und sich jeder wieder neu in das Thema einfinden muss. Selbst ein Agenturwechsel oder das Teilen der Aufträge sind dank einem konsequent umgesetzten Corporate Designs normalerweise problemlos möglich. Das Rad muss nicht in jedem Fall, für jede Anzeige neu erfunden werden. Es können Bilder in Rastern ausgetauscht werden und Designs aufbauend auf festgelegte Grundlagen erstellt werden. Das spart effizient Zeit und Geld, ohne Verluste in der Qualität zu verursachen.

Umweltfreundlicher Druck

Nachhaltigkeit ist in aller Munde und wird auch in der Druckbranche immer wichtiger. Umweltfreundliche Produkte lassen sich gut vermarkten und in vielen Bereichen drucktechnisch umsetzen. Einfache Dinge, wie die richtige Ausnutzung der Druckbögen oder die Verbesserung der Work Flows, sind für Druckereien auch ohne größere Investitionen schnell verändert. Die eingesetzten Materialien für umweltfreundlichen Druck, wie zum Beispiel FSC-zertifiziertes Papier oder mineralölfreie Druckerfarben, sind natürlich auch eine Frage der Finanzen.

 

Wer allerdings langfristig erfolgreich arbeiten will, der sollte auf Nachhaltigkeit achten und dies auch kommunizieren. Das gilt sowohl im B2B-Bereich, denn die Geschäftskunden können dieses Qualitätsmerkmal an ihre Endkunden als auch als Endverbraucher weitergeben.

Zertifizierungen helfen bei der Auswahl umweltfreundlicher Druckprodukte

Umweltfreundlich drucken können viele. Aber wo die Druckereien ihre Schwerpunkte beim Thema Umweltfreundlichkeit setzen und wie sie diese einhalten, lässt sich öffentlich an Zertifikaten erkennen. Um wirklich objektiv vergleichen zu können und umweltfreundliche Produkte gut und leicht zu finden, gibt es verschiedene Zertifizierungen.

Über FSC-Label kann erkannt werden, ob das Papier aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt und klimaneutral gedruckt wird, indem für die entstehenden Treibhausgasemissionen in anerkannte Klimaschutzprojekte investiert wird. Der Kunde kann dies am CO2-Footprint des Produktes erkennen. Zusätzlich zu den Zertifizierungen kann man sich von der Druckerei der Wahl auch die genutzten Maschinensysteme nennen lassen. Denn das hilft zu erkennen, wie nachhaltig und umweltfreundlich gedruckt wird.

Xerox Systeme und EA-Toner

Das Xerox System für Digitaldruck optimiert sowohl die Abläufe in der Druckerei für einen umweltfreundlichen Arbeitsalltag und somit nachhaltige Produkte als auch die verwendeten Techniken und Materialien. Die verwendeten EA-Toner dürfen laut TÜV Rheinland sogar mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Das macht besonders Sinn für Banderolen oder Lebensmittelverpackungen. Ist aber gleichzeitig ein Qualitätsmerkmal, dass aufzeigt, wie wenig schädlich die genutzten Inhaltsstoffe sind.

Druckereien mit Xerox System arbeiten nicht nur mit ungiftigen Stoffen, die ungiftigen Müll produzieren, sondern haben durch die Workflow-Optimierung auch wenig Verschnitt, durch optimierte Maschinen wenig Energieverschwendung und die Möglichkeit mit Zulieferern zusammen zu arbeiten, die ebenso Verantwortung für die Umwelt übernehmen wie die eigene Druckerei.

Mineralölfreie Druckerfarben

Im Bogenoffset werden seit langem Farben aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet. Der Knackpunkt ist lediglich das Bindemittel, aber da sind längst Alternativen vorhanden. Auch der Offsetdruck nutzt üblicherweise Farben auf Fett-/Ölbasis. Durch die unterschiedlichen Trocknungsverfahren und unterschiedliche Siedebereiche von Mineralöl enthaltenden und nachwachsenden Ölen, ist es im Offsetdruck allerdings nur mit großen Bemühungen möglich, mineralölfreie Druckerfarben zu verwenden. Beim Zeitungsdruck, dort wird ein Teil der Feuchtigkeit durchs Papier aufgenommen, hat sich Sojaöl als mineralölfreie Basis für Druckfarben bewährt.

Siebdruck – Druckverfahren mit hoher Farbschichtdicke

Die Technik des Siebdruckverfahrens

Bei der Technik des Siebdrucks gelangt die Druckfarbe durch ein feinmaschiges Gewebe oder Sieb mithilfe eines Gummirakels oder Gummikratzers auf das Material wie Papier oder textiles Gewebe. Man verwendet an den Stellen, an welchen auf das Papier keine Farbe gelangen soll, entsprechende Schablonen zum Abdecken. Mit dem Siebdruck erreicht man mitunter durch die Beschichtung eine höhere Farbschichtdicke. Neben Druckverfahren, wie Hochdruck, Tiefdruck und Offsetdruck, wird der Siebdruck auch als Durchdruck, als 4. Druckverfahren, bezeichnet.

Über einen vorgefertigten Rahmen wird ein Gewebe gespannt, worauf eine Schablone aufgebracht wird. Diese Druckform wird über dem zu bedruckenden Material befestigt.

Nach dem Aufbringen der Druckfarbe auf die Schablone wird mittels Gummirakel der Farbstoff durch das Gewebe der Schablone gestrichen. Dabei gelangt die durchgedrückte Farbe auf das darunterliegende zu bedruckende Stoffteil oder das Papier. Anschließend wird das bedruckte Material getrocknet. Beim Siebdruck werden Gewebe mit unterschiedlichen Feinheiten verwendet. Dadurch kann der Farbauftrag je nach Gewebefeinheit variieren. Bei Geweben mit hoher Feinheit können besondere feine Details gedruckt werden.

Folgende Gewebearten werden heute als Siebgewebe eingesetzt:

  • Polyestergewebe

Diese Gewebe besitzen eine hohe Verzugsfreiheit und können stark bespannt werden. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf.

  • Nylongewebe

Sie sind dehnbarer und elastischer und beständig gegenüber bestimmten Druckfarben.

  • Stahlgewebe

Stahlgewebe sind hoch spannbar. Diese Gewebe besitzen dünne Gewebedrähte und besitzen eine größere Maschenöffnung. Nachteilig sind der Preis und die Knickempfindlichkeit.

  • Screeny

Hierbei handelt es sich um ein vernickeltes, rostfreies, gewobenes Stahlgewebe, dass vorwiegend im Etikettendruck verwendet wird.

  • Rotamesh

Rotamesh ist eine Platte mit feinen wabenartigen Öffnungen.

  • Seidengewebe

Seidengewebe wurde bis 1950 eingesetzt und dann durch Polyamid- und Polyestergewebe abgelöst.

Bei den Siebgeweben kommt es außerdem auf die Fadenstruktur an, die monofil oder multifil sein können. Multifile Gewebe werden wegen der schlechteren Druckpräzision nicht mehr eingesetzt. Die Wahl der Gewebefeinheit hängt von der Beschaffenheit des Bedruckstoffes, der Feinheit des Druckmotivs, dem gewünschten Farbauftrag und der Größe der Farbpigmente ab. Meistens werden von den Gewebeherstellern Feinheiten von 5 bis 200 Fäden pro Zentimeter angeboten. Dabei können folgende ungefähre Maße beachtet werden:

  • bis zu 30 Fäden: für Glitter, Reliefdruck etc.
  • 30 – 60 Fäden: für Textildrucke
  • 77 – 90 Fäden: für Papiere, Kunststoffe mit glatter Oberfläche
  • 120 – 140 Fäden: für feine Linien und Raser auf glatter Oberfläche
  • 150 – 180 Fäden: für feinste Linien und Raser

Entscheidend sind auch die verschiedenen Fadendicken innerhalb einer bestimmten Feinheit. Zum Beispiel gelten bei 120 Fäden pro Zentimeter noch die Feinunterschiede der Fadendicken:

  • 120 S mit dünnen Fäden, großer Maschenöffnung, geringe Gewebedicke
  • 120 T mit mitteldicken Fäden
  • 120 HD mit dicken Fäden, kleiner Maschenöffnung, höhere Gewebedicke

Gewebe mit dünnen Fäden werden für den Druck von feinen Linien und Rastern verwendet. Gewebe mit mitteldicken Fäden sind größtenteils dem grafischen Siebdruck vorbehalten.

Gewebe mit dicken Fäden sind reiß- und scheuerfest und werden wegen der kleinen Maschenöffnung für einen reduzierten Farbauftrag eingesetzt. Wegen des Lichteinfalls ist die Farbe des zu wählenden Gewebes für den Siebdruck ebenfalls von Bedeutung.

Der Siebdruckrahmen selbst besteht aus Aluminium, Stahl oder Holz. Die Siebrahmenprofile sind unterschiedlich konstruiert und müssen eine hohe Spannung gewährleisten können.

Siebdruckschablonen werden heute auf fotografischem Weg hergestellt. Bei der manuellen Schablonenherstellung werden dabei folgende Techniken unterschieden:

  • Abdeckschablone
  • Auswaschschablone
  • Papierschablone
  • Schneideschablone
  • Reduktionsschablone

Bei der fotomechanischen Schablonenherstellung unterscheidet man:

  • die Direktschablone
  • die Indirektschablone

Als Beschichtungsmethoden werden beim Siebdruckverfahren die manuelle Beschichtung und die Maschinenbeschichtung unterschieden, wobei bei Letzteren Beschichtungsmaschinen die Kopierschicht von beiden Seiten auf das Gewebe auftragen.

Alle Parameter, wie Beschichtungsgeschwindigkeit, die Anzahl der Beschichtungsfolgen oder der Anpressdruck der Beschichtungsrinne, sind dabei einstellbar. Der Druckvorgang selbst erfolgt entweder mit Druckrakel oder mit Druckmaschinen, die halb automatisch, dreiviertelautomatisch oder vollautomatisch arbeiten. Wie bei anderen Verfahren auch, so ist es beim Siebdruck auch möglich, Rasterbilder zu drucken. Diesen Vorgang nennt man dann Rastersiebdruck.

Anwendungsgebiete und Arten des Siebdrucks

Der Siebdruck wird häufig im Bereich der Werbung, der Beschriftung, des Textil- und Keramikdrucks oder für industrielle Anwendungen eingesetzt.

Es gibt drei Arten des Siebdrucks, den

  • technischen Siebdruck,
  • grafischen Siebdruck oder
  • Textilsiebdruck.

Der grafische Siebdruck wird vor allem beim Bedrucken von Plakaten, Klebern, Displays, Verkehrs- und Hinweisschildern, Werbegeschenken, Werbeplanen, Kunstdrucken, Druckveredelungen mit Glanzlackierungen, Dekoren auf CDs oder DVDs, Rubbelfarben, Lotterielosen u. a. angewendet.
Der industrielle technische Siebdruck findet Anwendung bei der Herstellung von Leiterplatten, elektronischen Schaltkreisen, Solarzellen, Herdvorsatzgläsern, Tastaturfolien, Heckscheibenheizungen, Armaturenbrettern oder durch Niedervoltspannung beleuchteten Beschichtungen.

Beim Textildruck ist der Siebdruck bekannt für die Gestaltung von T-Shirts, Sporttaschen, Bettwäschen, Gardinenstoffen, Teppichen, Bekleidungstextilien, Fahnen und vielem anderen.

Der industrielle Siebdruck gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Vorteile des Siebdruckes sind die hohe Farbschichtdicke, die Beständigkeit der Druckfarben und die hohe Verfahrensflexibilität Sie sind oft ausschlaggebend für die Wahl des geeigneten Druckverfahrens.

Bei den Leiterplatten werden die elektronischen Teile nicht mehr in Löchern befestigt, sondern mit Siebdruck aufgedruckte Lötpunkte eingeschmolzen. Auch die Herstellung von Tastaturfolien als Eingabetastatur bei Getränkeautomaten, Kaffeemaschinen u. a. erfolgt mit Siebdruck, indem auf die Rückseite ein grafisches Abbild der Tastatur aufgedruckt wird. Dahinter befinden sich dann Leiterbahnen und Kontaktpunkte, die auch mit Siebdruck aufgesetzt sind, sodass bei Fingerprint die jeweiligen elektrischen Kontakte und Funktionen ausgelöst werden.