Die Leidenschaft der Kleinverleger

In der Landschaft des deutschen Buchhandels tummeln sich, nach einer Erfassung des Statistischen Bundesamtes von 2014 über zweitausend Buchverlage, mit einem steuerbaren Jahresumsatz von 17.500 Euro. Diese brachten 2015 ganze 76.547 Erstauflagen und 12.959 Neuauflagen auf den Markt. Dabei erscheint der größte Teil dieser deutschsprachigen Neuveröffentlichungen keineswegs in den großen Publikumsverlagen, wie Bertelsmann oder Holtzbrinck. Vielmehr zeichnen sich vorwiegend die kleineren unabhängigen Verlage verantwortlich, wenn es um die Herstellung von besonderen Gedichtbänden, Fachbüchern, Fotobänden oder Büchern für spezielle Interessen geht. Dabei wird deutlich, dass trotz der stagnierenden Umsätze und stetig zunehmenden Konzentrationsprozesse in der Buchbranche die kulturelle Vielfalt wächst. Der deutsche Buchhandel bleibt kleinteilig strukturiert und steht und fällt mit der Kreativität und Leidenschaft seiner Kleinverleger. Diese verzeichnet in den vergangenen fünf Jahren eine überraschende Welle an Neugründungen. Darauf klebt oftmals das Etikett „Independent“ oder auch „Indie-Verlag“. Darunter sind dann Verlage zu verstehen, die nicht unter dem Dach eines großen Konzerns arbeiten. In den meisten Fällen bieten diese Verlage ein Nischenprogramm an, welches sich nicht an den Bedürfnissen des Mainstreams ausrichtet.

Gnadenlose Enthusiasten realisieren Nischenprojekte

Wie viele unabhängige Verlage es letztlich in Deutschland gibt, ist schwer zu schätzen. 600 sind auf jeden Fall Mitglieder der IG Unabhängige Verlage des deutschen Buchhandels. Die Hälfte davon kann aufgrund der Anzahl der Mitarbeiter und der geschäftlichen Orientierung als „Independent“ bezeichnet werden. Fast alle haben weniger als zehn Angestellte, die kleinsten sind klassische Ein-Mann- oder Ein-Frau-Betriebe. Dank Digital-Druck und den sozialen Medien als Werbetool ist es heute einfacher einen unabhängigen Verlag zu gründen. Doch diese Arbeit ist ein Vollzeitjob. Der Indie-Verleger muss seine Autoren selber finden, die Texte bearbeiten, sich für das richtige Design der Bücher entscheiden, den Vertrieb und auch die Lese-Auftritte organisieren. Dabei verdient er in den seltensten Fällen wirklich Geld, mit seinen Liebhaberprojekten. Das überleben nur gnadenlose Enthusiasten. Was bleibt? Independent-Verlage können, auch sehr aufwendige Nischenprojekte realisieren und sich Ideen leisten, die für die großen Schlachtschiffe der Branche nie in Frage kämen.

Sätze für die Ewigkeit

Ein gutes Beispiel sind die vier ehemaligen Erlanger Studenten Joseph Reinthaler, Laura Jacobi, Philip Krömer und Sebastian Frenzel. Im Oktober 2015 gründeten die jungen Germanisten und Buchwissenschaftler den „Homunculus“-Verlag. Ihr Motto: „Literatur für alle Zeit“. In ihrem Programm befinden sich momentan 13 Titel. Darunter neben E-Books und Hardcover-Schmuckausgaben auch sogenannte Non-Book-Stücke, wie ein literarisches Kartenspiel oder eine Tischdecke mit der Bayerischen Biergarten-Ordnung. 2016 konnten die vier Jungverleger den „IHK-Kulturpreis für Literatur“ gewinnen.

Ebenfalls, mit Independent-Etikett arbeiten Rasmus Schöll und Florian L. Arnold, die 2015 den Verlag Topalian & Milani gründeten. Unter ihrem Motto „Sätze für die Ewigkeit“ produzieren sie Auflagen im dreistelligen Bereich und sind schon froh, so Rasmus Schöll, „wenn wir eine schwarze Null schreiben.“

Beim Leser soll keine Nullachtfünfzehnliteratur landen. Florian L. Arnold beschreibt das so: „Wir verlegen Bücher nicht, wir machen sie. Weil wir an das Werk eines Autors glauben, weil wir an die Qualität des Buchdruckers glauben, weil wir der Überzeugung sind, dass gute Bücher nicht mit großen Werbebudgets erzeugt werden. Bücher entstehen durch den Geist des Schreibenden und die Kunst des Layouts und des Buchdrucks. Die Idee ist, für die Autoren zu kämpfen“.

Die Entdeckung von neuen Talenten und unbekannten Autoren

Ganz auf Comic stehen dagegen die beiden Berliner Kleinverlage „JaJa“ und „avant“. Der JaJa-Verlag wurde 2011 von der gebürtigen Erlangerin Anette Köhn gegründet und erhielt 2015 den V.O. Stomps Förderpreis der Stadt Mainz für ihr Engagement im Bereich der Kleinverlegerszene. Ihre liebevoll verlegten Comics verzeichneten Nominierungen und erhielten zahlreiche Preise. Neben Comics werden aber auch Kinderbücher, illustrierte Literatur, Sachbücher, Kochbücher und nicht in Schubladen steckbare Bücher verlegt. Dabei geht es um die Entdeckung von neuen Talenten und noch unbekannten Autoren. Ein Credo, welches sich auch der der avant-verlag aus Berlin verschrieben hat. Seit 15 Jahren veröffentlicht der Gründer und Verleger Johann Ulrich Comics und Graphic Novels europäischer Künstler. Dabei ist es ihm zu verdanken, dass zahlreiche Autorencomics aus dem Ausland in Deutschland zum ersten Mal veröffentlicht wurden.

Corporate Design

Das Corporate Design meint das einheitliche Erscheinungsbild eines Unternehmens. Die Abkürzungen CD (Corporate Design) und CI (Corporate Identity) gehören zum täglichen Vokabular eines jeden Werbers und Marketingmitarbeiters. Wie umfangreich ein Corporate Design ist, kann jedes Unternehmen in Absprache mit den zuständigen Dienstleistern und Agenturen selbst festlegen. Für die Gestaltung dieser Design-Richtlinien sind verschieden große Zeitrahmen und Budgets möglich. Im Grunde ist das Design vom Logo über Firmenfarben bis hin zu den Positionen, an denen verschiedene Designelemente positioniert werden, ein Teil der …

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Corporate Identity (CI)

Das Konzept einer CI beruht darauf, dass sich Unternehmen als soziale Systeme, ähnlich wie Personen in der Gesellschaft, bewegen. Dazu werden bestimmte Eigenschaften in der Gesamtheit des Unternehmens und dessen Auftritt festgelegt und gesamtheitlich umgesetzt, um einheitlich aufzutreten. Unternehmen unterscheiden sich nicht mehr nur durch ihre Produkte und ihr Erscheinungsbild, sondern auch durch Philosophien, Ziele und innerbetriebliche Regeln und Organisationsstrukturen. Die Gesamtheit dieser „Charaktereigenschaften“ in einem Unternehmen nennt sich Corporate Identity. Darin werden Verhaltensregeln (Corporate Behaviour) festgehalten, Kommunikationsrichtlinien für die interne und externe Kommunikation (Corporate Communication) niedergeschrieben und andere Vereinheitlichungen, wie die Sprachebene (Corporate Language), oder das Corporate Design getroffen.

Einheitliche Printprodukte schaffen einen Wiedererkennungswert

In einem Corporate Design Manual sind Farben, Logos, die Verwendung der Logos und Designelemente und auch Anzeigenbeispiele und Gestaltungsrichtlinien festgehalten. Die Verwendung dieses Manuals und die strikte Einhaltung der darin festgehaltenen Richtlinien von allen Lieferanten, Agenturen und Mitarbeitern garantieren, dass alle Werbematerialien, trotz verschiedener Hersteller, ein einheitliches Erscheinungsbild haben. Dabei muss nicht alles „in Stein gemeißelt sein“. Es ist durchaus auch möglich, im Rahmen eines CD bewusst Freiräume zu lassen. Im besten Fall ist das zugrundeliegende Design mit einem so großen Wiedererkennungswert behaftet, dass sich auf den ersten Blick die Firmenzugehörigkeit der Werbemittel ermitteln lässt.

Ein Corporate Design hat Auswirkungen auf alle Produkte, die das Haus verlassen. Das können zum Beispiel sein:

  • Geschäftspapiere, Flyer, Broschüren
  • Verpackungen
  • Gestaltung der Firmenfahrzeuge
  • Plakat- und Anzeigenwerbung
  • Schaufenstergestaltung
  • Gestaltung der Geschäftsräume

Ein Corporate Design spart Geld

Das klingt im ersten Moment komisch, denn die Erstellung eines Corporate Designs ist nicht gerade günstig. Aber wer schon länger mit einem Design Manual arbeitet, der weiß auch, dass klare Anweisungen und Designvorschriften verhindern, dass doppelt gearbeitet wird und sich jeder wieder neu in das Thema einfinden muss. Selbst ein Agenturwechsel oder das Teilen der Aufträge sind dank einem konsequent umgesetzten Corporate Designs normalerweise problemlos möglich. Das Rad muss nicht in jedem Fall, für jede Anzeige neu erfunden werden. Es können Bilder in Rastern ausgetauscht werden und Designs aufbauend auf festgelegte Grundlagen erstellt werden. Das spart effizient Zeit und Geld, ohne Verluste in der Qualität zu verursachen.