Broschüren und Flyer drucken

Verwendung und Einsatzgebiete

Verwendung finden Broschüren und Flyer vorwiegend in Unternehmens- und Imagepräsentationen, Geschäftsberichten, Handbüchern und Seminarunterlagen, Produkt-, Versand- und Reisekatalogen sowie Bildbänden und Chroniken. Oder sie erscheinen in Prospektformen für Angebots- und Produktprospekte, Unternehmensnachrichten, Gebrauchsanweisungen, Fachzeitschriften und Vereinsmagazinen. Bei Unternehmens- und Imagepräsentationen steht der Kunde im Mittelpunkt. In der Imagebroschüre wird die Arbeit des Unternehmens für den Kunden beschrieben und visualisiert. Ziel ist es, den potenziellen Kunden oder Betrachter anzusprechen, nach dem Motto – der Kunde ist König.

Die Form sollte ansprechend lang sein, nicht ausgeladen und damit uninteressant, sondern kurz und bündig. Eine austauschbare Optik, eine falsche Papierwahl oder eine unpassende Bindungsart können für eine Kundenanwerbung mittels Flyer oder Broschüren schädlich sein. Es darf sich dabei nicht allzu sehr in technokratische Details oder Phrasen verloren werden. Solche Einzelheiten werden vom Kunden überlesen oder langweilen ihn nur, weil diese Schilderungen nicht oder zu wenig auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen. In Imagebroschüren von Unternehmen fließen die Unternehmensphilosophie und die Leistung ein, sodass es Kunden, Investoren oder auch potenzielle Mitarbeiter verstehen können. Die wichtigste Grundregel des Journalismus sind die W-Fragen, die bei der Aufstellung einer guten Broschüre oder eines Flyers hilfreich sind.

  1. Wer sind wir?
  2. Woher kommen wir?
  3. Was machen wir?
  4. An wen richten wir uns?
  5. Welchen Nutzen haben wir für unsere Zielgruppe?

Es ist nicht nur wichtig, die Fakten genau unter die Lupe zu nehmen, sondern auch die emotionelle Seite anzusprechen. Kunden kaufen größtenteils Problemlösungen und „gute Gefühle“. Die Unternehmensidentität zu verdeutlichen, gelingt mit der Darstellung der Unternehmenswerte und der emotionalen Einordnung. Das gilt ebenso für Broschüren oder Flyer von Produkt-, Versand- und Reisekatalogen. Reiseunternehmen müssen auf gute und ansprechbare Bilder achten, die das Interesse des Kunden an bestimmten Reisen wecken sollen. Handbücher oder Seminarunterlagen sind in Broschürenform mitunter eine wichtige Lehrmittelergänzung. Geschäftsberichte hingegen fassen den Geschäftsverlauf des vergangenen Geschäftsjahres zusammen und sind besonders zum Jahresabschluss notwendig. Sie bestehen aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht und sind natürlich in der entsprechenden sachlichen und teilweise tabellarischen Form verfasst.

Geschäftsberichte gliedern sich auf in einen Lagebericht und in einen Erläuterungsbericht. Letzterer enthält Angaben zu einzelnen Positionen der Bilanz und der GuV mit zusätzlichen Angaben eines Anlage-, Eigenkapital- und Verbindlichkeitsspiegels. Der Geschäftsbericht ist in Form und Umfang für die Geschäftswelt bestimmt und muss in Druck und Qualität höchsten Anforderungen genügen.

Diese Verschiedenartigkeit der Broschüren oder Flyer verlangt die unterschiedlichsten Papiersorten, die verschiedensten Formate bzw. Ausführungen und die entsprechend dazu passenden Bindungen. Während Broschüren mehrseitig wie ein Buch eingefasst sind, kennzeichnet einen Flyer die Ein- oder Zweiseitigkeit bzw. der Falzdruck für den Zweck einer Wurfsendung im Briefkasten, am Auto oder als Auslage in Geschäften.

Papierauswahl, Format/ Ausführung und Bindungen

Papierauswahl:

Es ist wichtig, für die Broschüre je nach Thema und Zielgruppe das passende Papier auszuwählen. Dabei nimmt das Papiergewicht je nach Verwendungszweck pro qm eine wichtige Rolle ein. Es kommen folgende Papiersorten zum Einsatz:

  • Offsetpapier

Als Offsetpapier bezeichnet man das sehr qualitativ weiße Papier, das besonders im geschäftlichen Bereich zum Beispiel bei Geschäftsberichten zum Einsatz kommt. Es ist ein festes, geleimtes Papier mit guter Dimensionsstabilität. Es kann satiniert und muss rupffest sein und wird daher als normales Druckerpapier angeboten.

  • Naturpapier

Es gilt als Oberbegriff für alle Papiere aus rein natürlichen Fasern ohne jegliche Synthetik und ist ein so genanntes gestrichenes Papier mit einer Oberflächenbehandlung bis zu 5 g/ qm.

  • Recyclingpapier

Es besteht zu 100 % aus Altpapier vor der nachfolgenden Veredelung.

  • Bilderdruckpapier (Fotopapier)

Fotopapier ist voll geleimter Karton mit Stärkestrich und Sperrschichten aus Polyethylen. Zusätzlich ist es mit einer Gelatine-Fotoemulsion beschichtet und für die Erstellung von Abzügen oder Vergrößerungen von Bildern durch Belichtung geeignet.

Format/ Ausführung:

Die Endformate der Broschüre oder des Flyers können in verschiedenen Größen hergestellt werden, wie zum Beispiel DIN A2, DIN A3, DIN A4, DIN A5, DIN A6, DIN A7, DIN lang small, DIN A5 lang, 100 x 100 mm, 105 x 105 mm, 120 x 120 mm, 148 x 148 mm, 210 x 210 mm und 210 x 280 mm u. a. Die Ausführungen sind zum einen ohne Umschlag, mit Umschlag, mit Faltumschlag vorn oder mit Faltumschlag hinten.
Sicher sind noch andere Formate und Ausführungen auf Wunsch möglich, was von den Druckunternehmen jeweils in Angeboten veröffentlicht wird.

Bindungen:

Man unterscheidet bei Broschüren folgende Bindungstypen:

  • Klebebindung
  • Klammerheftung
  • Ringösenheftung
  • Wire-O-Bindung

Bindetechniken – eine große Auswahl

Die meisten kleineren Druckunternehmen verwenden heutzutage das Digitaldruckverfahren. Der Offsetdruck findet als meist verbreitete Drucktechnik im Bücher-, Zeitungs-, Werbe- und Verpackungsdruck Anwendung.

  • Plastikbinderücken

Plastikbinderücken haben den Vorteil, dass sie für den Austausch von Seiten wieder geöffnet werden können. Für den Verbund mit Plastikbinderücken wird ein spezielles Plastikbindegerät verwendet.

  • Spiralbindung

Mit einer Spiralbindung aus Metall werden die zugeschnittenen, gestanzten Druckbögen zusammengeklammert. Dabei legt man den Rückkarton als erstes Blatt der Papierseiten unter und nachdem die Drahtbindeelemente. Die Drahtbindeelemente werden angebracht und der Drahtkamm geschlossen. Die Schließstelle befindet sich zwischen dem vorletzten und dem letzten Blatt, sodass sie nicht mehr zu sehen ist. Lochgröße und Lochabstände hängen von der Dicke des Bindegutes ab.

  • Klebebindungen im Digitaldruckverfahren

a.Hotmeltklebung
Hier handelt es sich um ein Heißklebeverfahren. Dauerhafte Bindungen auch bei schwierigen Materialien werden durch den Einsatz modernster Kleber und die passgenaue Einstellung von Pressdauer, Pressdruck und Seitenbeleimung erreicht. Hotmeltleime sind gesundheitlich unbedenklich. Die Klebung ist bereits nach 15 Minuten für die Weiterverarbeitung einsatzfähig, während eine Kaltverleimung einen ganzen Tag für die Trocknung benötigt.

b.Dispersionsklebung
Man wendet die Kaltverleimung bei der halb automatischen Fertigung von kleineren Stückzahlen an, da sich die Konsistenz des Leims während der Produktionsdauer durch Eigentrocknung verändert. Im Digitaldruckumfeld können mit diesem Verfahren die schwierigsten Klebearbeiten in sehr guter Qualität ausgeführt werden. Der Leim bleibt nach Austrocknung weich und das Bindegut lässt sich problemlos aufschlagen.

c.PUR-Klebebindung
Mit der PUR-Klebebindung wird eine höhere Klebekraft, eine bessere Kälte- oder Hitzeresistenz und eine bessere Beständigkeit gegen Öle der Druckfarbe erreicht. Der PUR-Klebstoff ist heutzutage nicht mehr als Gefahrengut anzusehen. Es werden mit diesem Verfahren erstklassige Bindeergebnisse erzielt.

  • Fadenheftung

Auch bei Kleinstauflagen kann die industrielle Herstellung von fadengehefteten Büchern oder Broschüren realisiert werden. Man unterscheidet dabei fünf Fertigungsstufen.

Stufe 1: Ein A4 Buch wird in doppelter Größe auf einen Bogen A3 gedruckt.
Stufe 2: Mehrere Druckbögen werden zu einer Lage sortiert.
Stufe 3: Die Lagen werden mit einem stabilen Faden in der Mitte vernäht.
Stufe 4: Anschließend werden sie mit dem Buchrücken vernäht.
Stufe 5: Zusätzlich werden nun die Buchblöcke per Hotmelt untereinander und mit einem Umschlag verklebt.

Der Vorteil dieser Klebebindung in Fadenheftung ist, dass das Endprodukt äußerst lange haltbar ist. Das Buch oder die Broschüre bleibt im geöffneten Zustand liegen, ohne dass die Seiten von selbst zurückblättern. Man nennt diese Form der Bindung die Königsdisziplin der Buchdruckkunst.

  • Rückstichheftung

Die Rückstichheftung oder Klammerheftung ist eine einfache und sichere Heftmethode. Kombinierbar ist sie auch mit einer Ringösenheftung. Rückstichheftung, analoge oder digitale Sortierung, Rillen der Bögen, Seiten- und Frontbeschnitt erfolgt im vollautomatischen System.

  • Buchschraubenbindung

Buchschraubenbindungen gehören wie Fadenbindungen, Lederbindungen oder unzerreißbare Spezialbindungen zu Sonderwünschen von Kunden. Diese Bindetechnik wird angewandt, wenn ein Buch oder eine Broschüre bei intensivem Gebrauch mindestens 10 Jahre haltbar sein muss. Diese extremen Beanspruchungen können auch bei schweren Hardcoverbüchern im A3-Format mit bis zu 5 kg Eigengewicht entstehen. Dafür reichen normale Bindeverfahren nicht mehr aus.

  • Bohrungen zum Abheften für Losblattordner

Im Offsetdruck werden hier spezielle Bohrer eingesetzt. 2-fach und 4-fach Bohrungen sind für das Abheften in Ordnern gedacht. Beim Digitaldruck hat sich dieses Verfahren bei sehr starken Seitenumfängen und großen Mengen nicht bewährt.